Deutsche Bank Startschuss Anfang 2003

Die Frankfurter wollen ihre europäische IT-Infrastruktur an den Computerriesen IBM auslagern.

Frankfurt - Der Vorstand und das Group Executive Committee der Deutschen Bank  haben beschlossen, den Betrieb der kontinentaleuropäischen Rechenzentren auszulagern. Hierzu trete die Deutsche Bank in exklusive Vertragsverhandlungen mit IBM  ein, teilte die Bank am Dienstag mit.

Umfangreiche Vorprüfungen hätten gezeigt, dass aus der Zusammenarbeit mit IBM erhebliche Kosteneinsparungen realisierbar seien. Die Bank erwarte außerdem mehr Flexibilität in der Nutzung ihrer Ressourcen und eine strategische Zusammenarbeit bei der Standardisierung globaler IT-Prozesse.

Neues IBM-Rechenzentrum im Rhein-Main-Gebiet

"Für die IT-Mitarbeiter erwarte ich bessere Entwicklungsmöglichkeiten, als wir sie ihnen innerhalb einer Bank bieten können", sagte Hermann-Josef Lamberti, Chief Operating Officer der Deutschen Bank. Alle Mitarbeiter, die in dem auszulagernden Bereich arbeiten, würden von IBM übernommen.

Den Betriebsübergang erwartet die Deutsche Bank für das erste Quartal 2003. Er umfasst die Auslagerung der IT-Infrastruktur (Rechenzentren und kleinere Server-Sites) inklusive etwa 900 in Kontinentaleuropa beschäftigter Mitarbeiter. IBM beabsichtigt, hierfür im Rhein-Main-Gebiet ein europäisches Rechenzentrum aufzubauen, dessen Leistung auch anderen Unternehmen angeboten werden soll.

Die Deutsche Bank kann mit der IT-Auslagerung aber in diesem Jahr nicht mehr mit ergebniswirksamen Effekten rechnen. Die Auslagerung erfolge erst im kommenden Jahr, werde sich dann aber mit Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich bemerkbar machen, sagte Lamberti, der "Börsenzeitung" (Mittwochausgabe).

Nach Mehrwertsteuern lägen die Einsparungen bei 30 Prozent. "Diese Größenordnung könnten wir durch eigene Anstrengungen nicht erreichen", so Lamberti. Vor allem würden mit der Auslagerung die fixen Kosten im Verhältnis zu den variablen Kosten "erheblich" gesenkt.

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