Citigroup Rekordbuße für fragwürdige Kredite

Die Bank muss eine saftige Strafe wegen unlauterer Praktiken im Kreditgeschäft zahlen.

New York - Die US-Kartellbehörde FTC (Federal Trade Commission) hat den weltgrößten Finanzkonzern Citigroup  zu einer Zahlung von 215 Millionen Dollar (219 Millionen Euro) verpflichtet. Das ist das höchste Bußgeld, das je in einem Verbraucherschutz-Verfahren verhängt wurde. Die Maßnahme der FTC erfolgte wegen unlauterer und missbräuchlicher Kreditvergabe.

Die am Donnerstag bekannt gegebene Entscheidung ist allerdings noch abhängig von der Zustimmung zweier Gerichte in den US-Bundesstaaten Georgia und Kalifornien, vor denen zwei ähnliche Verfahren in dieser Angelegenheit laufen. Sollten auch diese Verfahren gegen Citigroup entschieden werden, muss der Finanzkonzern insgesamt 240 Millionen Dollar zahlen. Der Konzern zeigte sich in einer ersten Erklärung "erfreut" über die von der FTC getroffene Entscheidung.

In der Erklärung von Citigroup hieß es: "Wir sind zuversichtlich, dass die heutige Entscheidung die betroffenen Kunden entschädigen kann. Wir sind froh, dass die Angelegenheit nun beigelegt ist".

Citigroup-Aktie unter Druck

Allerdings behauptete der Konzern nach wie vor, dass die beanstandeten Praktiken bei Verbraucherkrediten "nicht falsch" gewesen seien. Vor wenigen Tagen hatte allerdings Sanford ("Sandy") Weill, der an der Spitze des Konzerns steht, gesagt: "Einige unserer Aktivitäten spiegeln nicht die Art wider, in der unserer Meinung nach Geschäfte gemacht werden sollten."

Nach Bekanntgabe der FTC-Entscheidung zu den Verbraucherkrediten gab die Citigroup-Aktie an der Wall Street um 3,5 Prozent auf rund 28 US-Dollar nach.

Entscheidung macht den Weg frei für wichtigen Zukauf

Die Erleichterung seitens der Citigroup bezieht sich möglicherweise nicht nur darauf, dass unter eine peinliche, geschäftsschädigende Angelegenheit ein Schlussstrich gezogen ist.

Nach der Zahlung der Strafgelder dürften sich auch die Hindernisse auf dem Weg zu einer Groß-Akquisition verkleinert haben: Der Konzern will die Golden State Bancorp in Kalifornien, zu der auch die California Federal Bank gehört, kaufen. Avisierter Preis: Sechs Milliarden Dollar.

Die Citigroup selbst hatte dieses Vorhaben bereits als Kernstück ihrer langfristigen Expansionsstrategie angekündigt. Das Verfahren um die Verbraucherkredite lag bisher aber wie ein Riegel vor dem Tor der Kartellbehörde, ohne deren Zustimmung der Deal nicht zustande kommen kann.

Die Kartellbehörde FTC hatte im März 2001 ein Verfahren gegen den Citigroup-Ableger Associates First Capital eingeleitet. Ihm wurden betrügerische Praktiken bei der Kreditvermittlung vorgeworfen. Die Kunden seien dazu verleitet worden, bestehende Kredite über Hypotheken zu refinanzieren, die wiederum mit hohen Zinsen und Gebühren verbunden gewesen seien.

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