Gerling Krach im Vorstand

Der Abgang von Firmen- und Privatkundenvorstand Jochen Aymanns hat ein Personalrevirement in der Gerling-Führung zur Folge.

Hamburg - Wenn Gerling-Chef Heinrich W. Focke mit seinem Firmen- und Privatkundenvorstand Jochen Aymanns aneinander geriet, konnte es laut werden, sehr laut mitunter. Focke und Aymanns waren, seitdem der ehemalige Vorstand des Zürich-Konzerns als Sanierer des angeschlagenen Kölner-Versicherers antrat, nur durch eine heftige gegenseitige Abneigung miteinander verbunden. Damit ist es nun vorbei. Aymanns, der gleichzeitig auch Vorstandsvorsitzender der Lebensversicherungstochter des Konzerns ist, wird das Unternehmen zum 30. September dieses Jahres verlassen.

Der Abgang Aymanns war bereits Anfang Juni erwartet worden, als Focke Personalvorstand Ernst-Uwe Billitza aus dem Amt drängte und den Abgang von Finanzchef Stefan Volk zum Jahresende verkündete. Damals war Aymanns vom Aufsichtsrat gebeten worden, seinen bis Ende Dezember laufenden Vertrag zu erfüllen. Zwischenzeitlich scheint das Verhältnis zwischen den Focke und Aymanns so weit zerrüttet zu sein, dass eine weitere Zusammenarbeit offenbar nicht mehr möglich war.

Auch der Gefolgsmann muss gehen

Zusammen mit Aymanns soll auch Hans-Theo Krämer, der als Gefolgsmann Aymanns gilt, aus dem Vorstand der Sachversicherungstochter Gerling Allgemeine ausscheiden.

Das Personalrevirement zieht eine größere Umgruppierung an der Führungsspitze des Firmen- und Privatkundengeschäfts nach sich. Nachfolger Aymanns soll sein bisheriger Stellvertreter Norbert Heinen werden. Heinen wird wohl auch in den Konzernvorstand einrücken und den Chefsessel bei der Gerling Leben übernehmen. Nachfolger des Verwaltungsmanns Krämer soll Wolf-Uwe Dings werden, als neue Nummer eins des Vertriebs ist Lüder Mehren im Gespräch.