Mobilcom "Absoluter Quatsch"

IG Metall und Bundesregierung wehren sich gegen den Vorwurf der Informationsverschleppung.

Berlin/Hamburg - Der angeschlagene Telefonkonzern Mobilcom  wird Mitarbeiter und Öffentlichkeit offenbar erst nach der Bundestagswahl über den Umfang des Stellenabbaus informieren. Wie die IG Metall am Donnerstag erklärte, beginnen die Gespräche über den Sanierungsplan kommende Woche.

Das Berliner Wirtschaftsministerium dementierte einen Zeitungsbericht, wonach dies auf Druck der Bundesregierung erfolge. Entscheidungen über Stellenabbau seien allein Sache des Unternehmens, sagte Staatssekretär Alfred Tacke.

Während die IG Metall von "absolutem Quatsch" sprach, wollte Mobilcom einen Bericht der "Financial Times Deutschland" nicht kommentieren. Das Blatt meldete, Mobilcom habe sich dem Willen der Regierung gebeugt, das Ausmaß des Arbeitsplatzabbaus nicht im Wahlkampf zu verkünden. Aus diesem Grund sei das für Mittwochnachmittag angesetzte Gespräch zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung abgesagt und auf einen unbekannten Termin verschoben worden.

Die Europäische Kommission wird ebenfalls erst nach der Bundestagswahl über die Zulässigkeit einer Bundesbürgschaft für das Mobilcom entscheiden. Vorher sei eine gründliche Prüfung nicht mehr zu machen, hieß es aus Kreisen von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Donnerstag in Brüssel.

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