Dresdner Bank Schulte-Noelle verliert die Geduld

Teure Sparmaßnahmen - bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein sollen weitere 1000 Jobs gestrichen werden.

Frankfurt – Die zum Versicherungskonzern Allianz  gehörende Dresdner Bank konkretisiert ihre Pläne zum Stellenabbau. Wie das "Handelsblatt" in seiner Donnerstagausgabe schreibt, werden allein bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) weltweit rund 1000 weitere Jobs dem Rotstift zum Opfer fallen.

Der Aderlass bei DKW ist Hauptbestandteil der im August angekündigten Streichungen von zusätzlich 3000 Arbeitsplätzen. Laut des Berichts soll vor allem in den USA gekürzt werden. Dort hatte die Dresdner Bank vor gut eineinhalb Jahren die Investmentbank Wasserstein Perella erworben. Kaufpreis: 1,4 Milliarden Dollar. Wasserstein Perella hatte sich vor allem durch die Durchführung des Mergers von AOL mit Time Warner einen Namen in der Branche gemacht.

Dass die Hauptlast der Einsparungen den Geschäftsbereich Unternehmen und Märkte treffen würde, hatte Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz bereits im August angekündigt. Kein Wunder, bescherte diese Sparte der selbst angeschlagenen Mutter Allianz zum Halbjahr doch ein gewaltiges Minus von rund einer Milliarde Euro.

Noch arbeiten rund 7000 Banker bei DKW, nachdem bereits im vergangenen Jahr 1500 Stellen gestrichen worden waren. Die Maßnahmen werden für die Dresdner Bank aber nicht billig werden. Nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank im Frühjahr 2000 wurden Halteprämien in dreistelliger Millionenhöhe gezahlt, außerdem dürften zahlreiche Spitzenbanker die Situation zu deutlichen Gehaltserhöhungen genutzt haben. Hinzu kommt, dass es Gerüchte gibt, dass ein Passus in den Fusionsverträgen von Allianz und Dresdner Bank betriebsbedingte Kündigungen im Investmentbanking bis Ende 2003 ausschließe.

Fahrholz und Fischer müssen zittern

Das Schicksal der beiden Allianz- und Dresdner-Bank-Vorstände Bernd Fahrholz und Leonhard Fischer ist unmittelbar mit der Zukunft von Dresdner Kleinwort Wasserstein verbunden. Fahrholz gerät zunehmend unter Druck und auch Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle scheint die Geduld mit dem für seinen Hang zum Prätentiösen bekannten Fahrholz langsam zu verlieren und stellte dem Banker die beiden Allianz-Vorstände Paul Achleitner und Helmut Perlet auf die Füße.

"Lenny" Fischer ergriff unterdessen die Flucht nach vorn. "Die Allianz und ich haben uns verpflichtet, Dresdner Kleinwort Wasserstein profitabel zu machen", sagte er gegenüber der "Financial Times Deutschland". Spekulationen, er wolle die Bank verlassen, wies er gleichsam zurück. "Das ist mein Boot, und ich bin darauf seit 1995", sagte Fischer.

Verwandte Artikel