11. September Die Welt trauert

Gedenkfeiern rund um den Globus - in Australien und Neuseeland fanden die ersten Trauerfeiern zum Jahrestag der Terroranschläge auf die USA statt. Auch in Deutschland wurde den Opfern gedacht. In New York wurden die Namen der 3025 Toten verlesen.

Sydney/Wellington - In den Hauptstädten Australiens und Neuseelands, Sydney und Wellington, wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Die Menschen legten an zahlreichen Gedenkstätten Kränze für die Opfer der Anschläge in New York, Washington und Pennsylvania nieder.

In der Innenstadt von Sydney wurde eine Gedenkstätte errichtet. Ein Ring aus Kerzen umgab die australische und die amerikanische Flagge, zwei größere Kerzen standen als Symbol für die zerstörten Türme des World Trade Centers in New York.

In Surfers Paradise, einem Ferienort 900 Kilometer nördlich von Sydney, wollten Feuerwehrleute und Rettungsärzte am Strand mit ihren Körpern eine amerikanische Flagge bilden. "Es ist eine geheiligte Zeit und es ist Teil eines weltweiten Bandes, dass die Feuerwehrleute miteinander verbindet, und wir werden uns an sie erinnern", sagte ein Sprecher der Feuerwehr von Queensland, Barry Brazel.

Menschenkette aus Christen und Muslims

In Neuseeland pflanzten Ministerpräsidentin Helen Clark und US-Botschafter Charles Swindells zwei Bäume auf dem Botschaftsgelände, um an die Opfer des 11. Septembers zu erinnern.

"Dieser Tag hat sich für immer in unsere Erinnerung eingeprägt", sagte Clark. "Die Welt wird die Tragödie niemals vergessen."

In Auckland wehte auf der Harbour Bridge die US-Flagge auf Halbmast. Christen und Muslime bildeten eine Menschenkette, die ihre benachbarten Gemeinden verband. Die neuseeländische Börse eröffnete in Gedenken an die getöteten Banker im World Trade Center zwei Stunden später als üblich.

Auch andere Börsen rund um den Globus werden für Schweigeminuten innehalten. Wissenschaftler in einer abgelegenen Forschungseinrichtung in der Antarktis spielten anlässlich des Jahrestags der Terroranschläge Mozarts "Requiem".

"Böses nicht mit Bösem bekämpfen"

Anschlag auf Amerika - die Chronik des Grauens Der 11. September in Bildern


Über Paris strahlten in der Nacht zwei riesige Lichtkegel in den Himmel, um so die Opfer der Terror-Anschläge zu ehren. Die gleißenden Strahlenbündel gingen von den beiden Höfen des historischen Rathauses aus. Die Stadtregierung betonte damit die Solidarität der Pariser mit den New Yorkern sowie die "gemeinsamen Werte" der beiden Weltstädte. Auch in der Nacht zum Donnerstag werden die Lichtkegel an die beiden Türme des World Trade Centers in New York erinnern.

"Böses nicht mit Bösem bekämpfen"

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinem amerikanischen Amtskollegen George W. Bush zum Jahrestag der Terroranschläge auf New York und Washington sein Beileid ausgedrückt. "Ich wollte gerade heute mit dir sprechen", sagte Putin bei einem Telefongespräch in der Nacht zum Mittwoch nach Angaben des Kreml. Das russische Volk stehe in der Trauer an der Seite des amerikanischen Volkes.

Bush dankte den Angaben nach für die Beileidsbekundung. Er erinnerte daran, dass Putin auch direkt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als erster ausländischer Staatschef angerufen und seinen Beistand zugesagt habe.

Auch die deutsche Staatsspitze und führende Vertreter der Parteien gedachten im Berliner Dom den Opfern der Terroranschläge. Im zentralen Gedenkgottesdienst warnte der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, vor einem Krieg gegen den Irak. "Wer Böses mit Bösem vergelten will, verlängert die Herrschaft des Bösen." Zuvor hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) trotz seiner Kritik an der Irak-Politik der USA erklärt, dass Deutschland sich weiter in der internationalen Anti-Terror-Koalition engagieren werde. Bundespräsident Johannes Rau sprach sich dafür aus, den Kampf gegen den Terror entschlossen, aber auch besonnen weiter zu führen.

Zeremonie soll genau 102 Minuten dauern

In New York versammelten sich Tausende Menschen im Herzen Manhattans um den insgesamt 3025 Büroangestellten, Polizisten und Feuerwehrmännern, Flugzeugpassagieren und Besatzungsmitgliedern zu gedenken, die in Washington, New York und in dem in Pennsylvania abgestürzten United-Airlines-Jet ihr Leben ließen. Genau 102 Minuten soll die Zeremonie an Ground Zero dauern - so lange hatte der Nordturm dem Terrorangriff stand gehalten.

Die Zeremonie wurde mit einer Trauerminute eröffnet, Präsident George W. Bush war allerdings nicht anwesend - er zeigte sich an der Seite seiner Frau Laura vor dem Weißen Haus in Washington. Erst am Nachmittag wird der Präsident an Ground Zero erwartet, er legt zuvor am Pentagon und an der Absturzstelle in Pennsylvannia Kränze nieder.

Nach kurzer Ansprache von Bürgermeister Michael Bloomberg begann der ehemalige Bürgermeister der Stadt, Rudolph Guiliani, die Namen der Verstorbenen zu verlesen.

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