WCM Ein neuer Mehrheitsaktionär bestimmt die Geschicke

Karl Ehlerding und Familie gelingt offenbar der Verkauf eines 40-Prozent-Anteils.

Frankfurt - Die potenziellen Käufer der Anteile des WCM- Großaktionärs - Familie Ehlerding - streben eine Mehrheit an der Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft an. Dies sagte der Vorstandsvorsitzender der WCM , Roland Flach am Freitag gegenüber dpa-AFX. Über die Identität der Kaufinteressenten wurden keine Angaben gemacht.

Nach Flachs Einschätzung reicht ein Anteil von 40 Prozent an WCM, um bei der Hauptversammlung die Mehrheit zu haben. Die Familie Ehlerding hält rund 45 Prozent der WCM-Aktien.

Karl Ehlerding hatte bereits im Laufe des Jahres angekündigt, bis zu 25 Prozent der WCM verkaufen zu wollen. Ehlerding will damit dem Wunsch seiner Banken nachkommen, seine persönlichen Schulden von 500 Millionen Euro zu senken.

Anfang der Woche hatte Ehlerdings Ehefrau Ingrid Aktien auf ihren Sohn und an eine Kommanditgesellschaft übertragen. Flach betonte, es seien keine Aktien über die Börse verkauft worden. Die jüngste Kursschwäche der WCM-Aktien sei auf Aktienverkäufe diverser Banken zurückzuführen. Die Papiere, die jetzt übertragen worden seien, stammten aus dem Vermögen Ehlerdings.

WCM verschiebt Aufstockung des Commerzbank-Anteils

Ein möglicher Käufer der Ehlerding-Anteile erwirbt nach Ansicht Flachs mit WCM und seinen beiden Beteiligungen IVG Immobilien AG  und Klöckner Werke  drei MDax-Werte zu einem "Schnäppchenpreis".

Aufgrund der unsicheren Situation am Kapitalmarkt werde WCM im Augenblick nicht wie geplant seinen Anteil an der Commerzbank von derzeit etwa sechs Prozent auf knapp unter 10 Prozent erhöhen. Grundsätzlich hält WCM jedoch an dem Ziel fest, den Anteil an der Commerzbank auf 9,9 Prozent zu steigern.

Flach konnte noch keine neue Gewinnprognose für das Gesamtjahr geben, da er noch nicht wisse, wie sich die Börse entwickeln werde. WCM hatte zuvor gewarnt, dass es sein Jahresziel von 150 Millionen Euro operativen Gewinn verfehlen werde. Gerüchte über einen Einstieg bei dem Maschinenbauunternehmen IWKA AG wollte Flach nicht kommentieren.

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