LTU "Comfort Class" statt Discount-Ticket

Billigtickets, nein danke - der Ferienflieger steuert mit einem Luxusangebot gegen den Strom.

Hamburg – Der Trend ist unverkennbar. Die Lufthansa, die Deutsche BA, Germania, Easyjet, TUI  und Ryanair , sie alle setzten auf das Wachstum im Billigflugsegment. Dass es trotz der eindeutigen Tendenz noch andere Möglichkeiten gibt, die eigene Marktposition zu festigen, will die Ferienfluggesellschaft LTU dem Markt nun zeigen.

Mit der neuen "European Comfort Class" will die Düsseldorfer Airline künftig Ferienflieger und vor allem Geschäftsreisende als Kunden gewinnen. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" am Freitag. Vorbild für die neue Luxusklasse ist die bereits bestehende First-Comfort-Klasse, die LTU bereits auf Langstreckenflügen anbietet.

Nun will die Fluglinie diesen speziellen Service auch auf innereuropäischen Kurzstrecken offerieren. Starten soll die Mehrzahl der Flüge vom Flughafen Köln/Bonn. Zu den Flugzielen sollen unter anderem Mallorca, Alicante und Malaga zählen. Auf diesem Wege sei die LTU für die Zukunft gut gewappnet, sagte LTU-Chef Sten Daugaard gegenüber der Zeitung.

Plan B liegt schon bereit

Für den Fall, dass die LTU-Kunden sich gegen die Erwartungen des Konzerns eher für die Billigangebote der Konkurrenz als für das Komfortangebot der LTU interessieren sollten, hat der Konzern noch ein Ass im Ärmel.

Denn sollte die Billigkonkurrenz tatsächlich Kunden abwerben, werde die LTU innerhalb ihres bestehenden Systems eine neue Buchungsklasse für niedrigere Preise einführen und vor allem den Direktvertrieb per Internet fördern, kündigte Daugaard gegenüber der Zeitung an.

"Momentan sehen wir aber noch keine Notwendigkeit dafür. Unsere Flugzeuge sind voll", zitierte das Blatt den LTU-Chef. Die Auslastung der Maschinen habe bis August dieses Jahres bei 85 Prozent gelegen.

Für 2004 sind Gewinne geplant

Im laufenden Geschäftsjahr will der Konzern den Verlust, der 2001 laut Medienberichten etwa 150 Millionen Euro ausmachte, mehr als halbieren. Im Jahr 2004 will LTU erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben.

Gleichzeitig dürfte der Ferienflieger ein Jahr nach seiner existenzbedrohenden Krise Investoren für einen 49,9-prozentigen LTU-Anteil gefunden haben. Der zu verkaufende Anteil, bei dem es sich um den bei Treuhändern geparkten Swissair-Anteil handelt, soll aufgesplittet werden. Nach den Terroranschlägen des 11. September hatte die Schweizer Mutter Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Wir sind im Gespräch mit mehreren Investoren, die kleinere Anteilspakete von etwa 10 bis 20 Prozent übernehmen wollen", sagte LTU-Sprecher Marco Dadomo am Freitag in Düsseldorf.

Nachdem die angeschlagene Fluglinie Ende vergangenen Jahres durch eine Rettungsaktion der Belegschaft, des 40-prozentigen Anteilseigners REWE, der Banken und der Düsseldorfer Landesregierung gerettet worden war, liege LTU auf seinem Sanierungskurs voll im Plan, hieß es von Unternehmensseite.

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