Grundig In die Verlängerung

Die Gläubigerbanken räumen dem fränkischen Elektronik-Konzern eine Gnadenfrist bis Dezember ein. Bis dahin könnte der Einstieg des taiwanesischen Konzerns STC über die Bühne sein.

Berlin - Die Gläubigerbanken der angeschlagenen Grundig AG haben die Kreditlinien für den Hersteller von Unterhaltungselektronik noch einmal bis Dezember verlängert.

Damit sei die drohende Involenz vorerst abgewendet, schreibt "Die Welt" in ihrer Freitagausgabe. Der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu, der an den Verhandlungen zwischen den Banken und Grundig teilgenommen hat, habe jedoch keine Details der neuen Vereinbarung nennen wollen.

Das Stillhalten der Banken ermögliche dem Unternehmen nun, die Suche nach einem Investor fortzusetzen, schreibt die Zeitung. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers konzentrieren sich diese Gespräche momentan auf einen Investor aus dem asiatischen Raum, jedoch hätten noch zwei weitere Kandidaten Interesse angemeldet.

Steigt die taiwanesische STC ein?

Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass der taiwanesische Elektronik-Konzern Sampo Technology Corp. (STC) zu den Favoriten für einen Einstieg bei Grundig gehört. Der besonders beim Geschäft mit Monitoren stark aufgestellte Elektronik-Lieferant verfügt über ein Kapital von 65,5 Millionen Dollar, der Umsatz soll in diesem Jahr um 35 Millionen auf 485 Millionen Dollar steigen. In Europa konnte das Unternehmen bisher allerdings noch nicht Fuß fassen.

Die Entscheidung, den europäischen Markt mit Grundigs Hilfe ins Visier zu nehmen, muss allerdings schnell fallen: Eigenen Angaben zufolge droht Grundig ab dem zweiten Halbjahr 2002 eine Liquiditätslücke, die die Gesellschaft aus eigener Kraft nicht mehr schließen kann. Durch den für das laufende Jahr zu erwartenden Verlust besteht darüber hinaus die Gefahr der Überschuldung.

Grundig: Es droht die Insolvenz

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