Deutsche Bahn "Wir sind noch nicht fertig"

Rund 200 beschädigte Bahnhöfe, mehrere hundert Kilometer zerstörter Gleisstrecken - Bahn-Chef Mehdorn schätzt das Ausmaß der Flutschäden auf über eine Milliarde Euro.

Berlin – Der Deutschen Bahn sind durch die Hochwasserkatastrophe nach eigenen Angaben Schäden von insgesamt über einer Milliarde Euro entstanden. In dieser Summe seien neben Sachschäden auch andere Ausfälle wie etwa bei den Umsätzen enthalten, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD).

"Wir sind mit der Schadensbilanz noch nicht fertig, die verdeckten Folgeschäden an manchen überfluteten Strecken und Anlagen müssen noch ermittelt werden", sagte Mehdorn. Bodewig kündigte an, der Bund werde die Bahn bei der Behebung der Schäden zunächst mit 650 Millionen Euro aus dem Fonds zur Wiederaufbauhilfe unterstützen.

Mehdorn und Schröder sicherten zugleich zu, unverzüglich mit der Reparatur zu beginnen. Der Bahn-Chef stellte für den morgigen Donnerstag die Wiederaufnahme des Betriebs auf den sächsischen Fernverkehrsstrecken in Aussicht. Mit Ausnahme der Strecken von Dresden Richtung Süden und Südwesten soll das Streckennetz wieder befahren werden.

Zwei bis zweieinhalb Jahre für den Wiederaufbau

Für den Wiederaufbau dessen, was die Wassermassen in nur wenigen Tagen zerstörten, veranschlagt die Bahn jedoch zwei bis zweieinhalb Jahre. Gleisanlagen sind entweder total zerstört, weggespült oder stark beschädigt. Rund 200 Bahnhöfe sind durch das Hochwasser betroffen.

"Wir wollen so schnell wie möglich die Mobilität für die Menschen und auch die Wirtschaft wieder herstellen und werden deshalb noch in diesem Jahr Aufträge für etwa 300 Millionen Euro zur Wiederherstellung des Netzes erteilen", sagte Mehdorn.

Aufträge für 30 Millionen Euro sind nach Auskunft Mehdorns bereits erteilt. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig erklärte, ungeachtet der Umschichtung der Mittel würde keines der vor der Flutkatastrophe geplanten Projekte gestrichen.

Er sicherte das besonders für die noch offenen Projekte "Deutsche Einheit" wie die Schnellstrecke Nürnberg - Berlin zu. Dank des Rekordhaushaltes in seinem Ministerium würden sich die Verschiebungen nicht sehr gravierend auswirken. Mehdorn erklärte, auch die beiden deutschen Magnetbahnprojekte würden wegen der Reparatur der Flutschäden nicht aufgegeben.