Babcock Borsig Erneut auf der Kippe

Am Konzept für die Auffanggesellschaft wird noch gefeilt - 2400 Jobs sind bereits gefährdet.

Oberhausen - Bei dem zahlungsunfähigen Maschinenbau- und Energietechnik-Konzern Babcock Borsig  sind in Deutschland 2400 Arbeitsplätze bedroht. Das berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) in ihrer Mittwochausgabe. Betroffen seien vor allem die Großstandorte Oberhausen und Gummersbach. Der Sprecher des Unternehmens wollte die Zahl auf Anfrage von manager-magazin.de nicht kommentieren.

Babcock beschäftigt derzeit in Deutschland 8000 Mitarbeiter, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Zeitung. NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) sagte der "WAZ": "Ich gehe davon aus, dass 70 Prozent der deutschen Arbeitsplätze gerettet werden können."

Daraus ergebe sich, dass 30 Prozent oder rund 2400 Arbeitsplätze akut gefährdet seien, schreibt das Blatt. "Diese Strategie, so schmerzhaft sie ist, eröffnet immerhin eine Perspektive für die Zukunft", sagte der Minister.

"Investoren sind herzlich willkommen"

Nachdem die Rettung des insolventen Traditionsunternehmens Mitte Juni an der ausbleibenden Genehmigung weiterer Millionenkredite scheiterte, soll der Konzern in eine Auffanggesellschaft überführt werden. Die Gesellschaft soll laut Schwanhold mit 3000 bis 4000 Mitarbeitern einen Umsatz von 600 bis 700 Millionen Euro erwirtschaften.

In der Auffanggesellschaft sollen die gesunden Töchter des Konzerns gebündelt werden. "Wir wollen alle erhaltenswerten Teile unseres Unternehmens in einem sicheren unternehmerischen Umfeld mit möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiter fortführen", sagt Horst Piepenburg, Vorsitzender des Vorstands der Babcock Borsig, Anfang August.

Bis Mitte September soll das Konzept für die Gesellschaft stehen, sagte der Unternehmenssprecher. Aus eigener Kraft wolle die Gesellschaft ihre operative Tätigkeit möglichst bald aufnehmen. "Investoren sind herzlich willkommen," sagte er weiter. Die ersten Bewerber hätten bereits Interesse bekundet. Ihre Gründung der Gesellschaft ist für den 1. Oktober vorgesehen.

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