RWE Teure Eigenkapitaldeckung

Der Energiekonzern droht damit, aus dem Termingeschäft beim Stromhandel auszusteigen.

Düsseldorf - Dem Energiehandel in Deutschland droht nach Informationen des "Handelsblatts" ein Rückschlag. Die RWETrading GmbH will ihre Banklizenz, die sie erst vor gut einem Jahr erhalten hat, möglicherweise nicht länger nutzen, schreibt die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe.

Diese Lizenz ermöglicht der RWE-Tochter unter anderem die Vermittlung von Strom-Termingeschäften an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig. Solche Finanztransaktionen müssen nach dem Kreditwesengesetz mit Eigenmitteln unterlegt werden.

Die Höhe der Eigenkapitalunterlegung liegt für die Energiewirtschaft nach Angaben von RWE  bei zwölf Prozent. "Wir empfinden dies als zu teuer", wird ein RWE-Sprecher zitiert. Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VdEW) vertrete die Auffassung, dass die geforderte Eigenmittelunterlegung für das Vermittlungsgeschäft "nicht für unser Geschäft gelten sollte". Der Umfang der geplanten Geschäfte sei so gering, dass eine Gefährdung der funktionsfähigen und stabilen Kreditwirtschaft nicht eintreten könne.

Nur ein geringer Teil der im Stromhandel abgeschlossenen Transaktionen entfalle auf Vermittlungsgeschäfte. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) habe angekündigt, in Gesprächen mit der Energiebranche nach einer Lösung zu suchen.