Dresdner Bank Passende Verstärkung?

Der eine muss Ballast abwerfen, der andere sucht Verstärkung. Börsenhändler in London berichten von Verkaufsgesprächen über Sparten der Dresdner Bank.

London - Die Spekulationen über die Zukunft der Dresdner Bank innerhalb des Allianz-Konzerns erhalten neue Nahrung. Jetzt verhandelt die Allianz  nach Angaben Londoner Händlern mit der französischen Großbank BNP Paribas  über den Verkauf von Teilen des Finanzinstituts. Die Allianz wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen.

Sollte der Münchener Konzern tatsächlich Teile der Dresdner Bank verkaufen wollen, käme nach Ansicht von Analysten hauptsächlich der Bereich "Corporates & Markets" (C&M) in Frage. Hierzu gehören auch das Investmentgeschäft der Dresdner Kleinwort und das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions).

Die BNP will das Firmenkundengeschäft ausbauen. Von daher sei ein Interesse an C&M der Dresdner Bank "vorstellbar", urteilte Konrad Becker, Analyst bei Merck, Finck & Co. Allein am Investmentbanking dürften die Franzosen allerdings nicht interessiert sein. Die Strukturen wären inzwischen so verzahnt, dass es schwierig wäre, lediglich kleine Teile herauszureißen.

Filialgeschäft nicht in der Verhandlungsmasse

Die Frage sei, ob die Allianz bereit sei zu verkaufen. Da müsste die Hoffnung, Dresdner Kleinwort "in absehbarer Zeit" verkaufen zu können, schon sehr gering sein. Wenn sich "das Gesamtpaket" C&M veräußern lasse und ein "akzeptabler Preis" geboten werde, dann könnten Allianz und BNP ins Geschäft kommen, fasste Konrad Becker zusammen.

Andreas Pläsier von der Berenberg Bank könne sich auch einen Verkauf des Bereichs C&M (Firmenkunden und Investment Banking) vorstellen. Das Filialgeschäft laufe dagegen sehr gut. Hier habe die Allianz eine der Vertriebsschienen für ihre Versicherungsprodukte; ohne die Filialen wäre das Neugeschäft der Allianz schlechter ausgefallen.

BNP sei im Investmentbanking "nicht sehr stark", könnte vom Namen "Dresdner Kleinwort Wasserstein" profitieren und sich in Großbritannien verstärken, resümierte Andreas Pläsier weiter. Darüber hinaus könnte die BNP Paribas über die Firmenkunden der "Dresdner" in Deutschland präsent werden.

Erst vor kurzem hatte BNP bei einem anderen deutschen Finanzinstitut zugegriffen: An dem Nürnberger Discountbroker Consors halten die Franzosen mehr als 95 Prozent aller Aktien und wollen angeblich in Kürze ein Squeeze-Out durchführen.

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