United Airlines "Wir können das nicht bezahlen"

Erdrückende Schuldenlast - dem Star-Alliance-Partner der Lufthansa droht der Konkurs.

Chicago – Der zweitgrößten US-Airline, United Airlines, droht das Aus. Die Muttergesellschaft UAL Corporation hat einen möglichen Gang zum Konkursrichter im Herbst nicht mehr ausgeschlossen, falls das Unternehmen seine Kosten nicht "dramatisch senken kann". Dies erklärte die finanziell schwer angeschlagene Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss.

Die Nachfrage habe sich nicht erholt, die Flugpreise seien niedrig geblieben, und die Branche suche nach Auswegen, lautete die Begründung von UAL. Das Unternehmen fordert jetzt von den Mitarbeitern, Lieferanten und Gläubigern weit reichende Zugeständnisse.

Das Unternehmen verwies auf Schuldenzahlungen in Höhe von 875 Millionen Dollar, die im vierten Quartal dieses Jahres fällig würden. "Wir haben unzureichenden Zugang zu den Kapitalmärkten, um dies zu bezahlen", betonte Konzernchef Jack Creighton.

Die Aktien der UAL fielen am Mittwoch im Vorfeld der Ankündigung um mehr als zehn Prozent auf nur noch 2,45 Dollar. Vor einem Jahr notierten sie noch mit 35,02 Dollar.

US Airways, die Nummer sechs in den USA, hatte am vergangenen Wochenende bereits Konkursantrag gestellt. American Airlines, die weltgrößte Fluggesellschaft, streicht 7000 weitere Stellen. Zusätzlich soll die Flotte ausgedünnt werden, Neuaufträge wurden storniert.

Kein Aktionismus bei der Lufthansa

Trotz der drastischen Ankündigung der United Airlines sieht die Lufthansa keinen Grund zur Panik. "An Spekulationen über mögliche Folgen beteiligen wir uns nicht. Der Flugplan läuft wie immer, den Kunden steht das komplette Angebot zur Verfügung", sagte Lufthansasprecher Rolf Halbroth auf Anfrage von manager-magazin.de am Donnerstag. Die Lufthansa sei davon überzeugt, dass die Sparmaßnahmen beim US-Partner greifen werden.

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