American Airlines Drastische Kurskorrektur

Die weltgrößte Fluglinie plant, mit verschärften Sparmaßnahmen aus den roten Zahlen zu fliegen.

New York - Seit den Terroranschlägen des 11. September leiden Fluglinien unter einer bisher nie da gewesenen Flaute. Rückläufige Passagierzahlen, gestiegene Kosten für Sicherheit und die wirtschaftliche Rezession halten die Branche am Boden.

Bereits am gestrigen Montag musste US Airways, Amerikas sechstgrößte Fluggesellschaft, Konkurs anmelden.

Um Schlimmeres zu vermeiden und wieder aus den roten Zahlen zu fliegen, wird die weltweit größte Fluggesellschaft American Airlines nun ein drastisches Sparprogramm starten. Das teilte das zu AMR gehörende Unternehmen am Dienstag in New York mit.

"Wir sind überzeugt, dass wir auch in Zukunft weltweit die Nummer eins der Fluggesellschaften sein werden", erklärte Unternehmenschef Donald Carty. "Aber wir müssen unsere Kosten reduzieren, um im Wettbewerb bestehen zu können."

Flugzeugkapazitäten sollen gekappt werden

Die Airline plant, rund 7000 Stellen abzubauen, die Flotte zu verkleineren und Flugzeugkapazitäten zu reduzieren. American Airlines will sich nach seinen Worten künftig auf "Produkte konzentrieren, die unsere Kunden wollen, und für die sie zu zahlen bereit sind."

In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Muttergesellschaft AMR Verluste von 1,07 Milliarden Dollar (rund 1,09 Milliarden Euro) eingeflogen, fast doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres mit rund 550 Millionen Dollar.

Abbau von 7000 Stellen geplant

Mit dem Abbau von rund 7000 Stellen will das Unternehmen jährliche bis zu 1,1 Milliarde Dollar einsparen. Bis zum März des kommenden Jahres werden 6,5 Prozent der weltweit 110.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Zudem will die Fluglinie schneller als bisher geplant neun Boeing 767-300 aus dem Verkehr ziehen und sich ab dem kommenden Jahr von der Fokker-100-Flotte trennen. Auch die Bestellung von 35 neuen Maschinen soll vorerst auf Eis gelegt werden.

Gleichzeitig will American Airlines die Verbindungen zu Flughafen-Drehkreuzen überarbeitet und mit der Flotte der 43 Boeing-777-Großflugzeuge künftig nur noch die rentabelsten Ziele in Europa, Lateinamerika und Asien anfliegen. Die Passagiere müssen sich damit auf längere Wartezeiten und schlechtere Verbindungen gefasst machen.