Versicherungen "Sie müssen sich keine Sorgen machen"

Die deutsche Assekuranz-Branche will notleidende Lebensversicherer im Ernstfall mit einer Auffanglösung retten.

Frankfurt/Main - Angesichts der Talfahrt an den Aktienmärkten haben die großen deutschen Lebensversicherungen Vorkehrmaßnahmen getroffen, um den Zusammenbruch eines Versicherers zu verhindern.

Auf einem Treffen in Frankfurt am Main verständigte sich die Branche am Montag darauf, für einen solchen Fall eine Auffanglösung bereit zu halten. "Die Versicherungsnehmer brauchen sich um ihre Lebensversicherung keine Sorgen zu machen", erklärte anschließend der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Bernd Michaels.

Trotz der Schwäche der Aktienmärkte würden die Lebensversicherer ihre Verpflichtungen aus den Verträgen "ohne weiteres" erfüllen, hieß es nach dem Treffen. Mehr als 80 Prozent ihrer Kapitalanlagen im Wert von insgesamt 540 Milliarden Euro seien in festverzinslichen Wertpapieren und Immobilien angelegt, nur etwa 15 Prozent in Aktien. "Die Versicherungsnehmer brauchen sich auch dann keine Sorgen zu machen, wenn die Aktienkurse noch weiter verfallen sollten", betonte Michaels. Dies gelte auch für den Fall, dass "ausnahmsweise ein einzelner Lebensversicherer vorübergehend Probleme bekommen sollte".

Die Lebensversicherungen sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen Mindestzins von 3,25 Prozent zu zahlen. Für einzelne Unternehmen könnte dies zum Problem werden. Die Familienfürsorge aus Detmold - ein kleinerer Versicherer - wurde deshalb von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) bereits unter Sonderaufsicht gestellt. Der Bund der Versicherten fordert bereits seit längerer Zeit einen Konkurssicherungsfonds.