Mobilcom/France Telecom Nur noch 48 Tage

Der neue Hausherr in Büdelsdorf hält sich die Option offen, bis Ende September bei Mobilcom auszusteigen.
Von Christian Buchholz

Paris/Büdelsdorf - Nur noch 48 Tage, dann müssen beim Büdelsdorfer Telekomkonzern Mobilcom  Verhältnisse herrschen, wie sie Großaktionär France Telecom  gefallen – oder die Klappe fällt.

In einer Stellungnahme des französischen Konzerns gegenüber manager-magazin.de heißt es, eine Einigung mit den Anteilseignern von Mobilcom – unter anderem über mögliche Restrukturierungsmaßnahmen – müsse bis zum 30. September erfolgt sein. "Derzeit ist aber ungewiss, ob die Situation von Mobilcom zur Zufriedenheit von France Telecom gelöst werden kann", so FT-Sprecherin Emilie Richer.

Zur Möglichkeit eines Public Offering, also eines Übernahmeangebots für alle Mobilcom-Aktien, sagte Richer: "Kein Mitglied der France-Telecom-Gruppe hat irgendeine wie auch immer ausgestaltete Verpflichtung, den Anteil von France Telecom an der Mobilcom AG zu erhöhen."

Aufsichtsamt sieht keinen Anlass für Ermittlungen

In anderen Worten: Ein Übernahmeangebot, das den Schuldenberg der France Telecom noch über die aktuell etwa 60 Milliarden Euro erhöhen würde, ist mittelfristig nicht geplant. Das Kontrollgremium BAFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hatte kürzlich ebenfalls erklärt, France Telecom müsse kein Übernahmeangebot für die Mobilcom AG abgeben, an der sie mit 28,5 Prozent beteiligt sind.

Eine BAFin-Sprecherin erklärte gegenüber manager-magazin.de, es gebe keinen weiteren Handlungsbedarf für die Börsenaufsicht in dieser Angelegenheit.

Auch für den angeblichen Vorwurf des Ex-Mobilcom-Vorstands und Großaktionärs Gerhard Schmid, FT habe Kurs-Manipulation bei Mobilcom betrieben, gebe es zurzeit keine stichhaltigen Indizien.

Börse reagiert nervös auf Terminverschiebung

Die BAFin-Sprecherin: "Allein an der Tatsache, dass ein Unternehmen zu bestimmten Zeitpunkten Aktien kauft oder verkauft, lässt sich noch keine Kursmanipulation festmachen." Anleger-Betrug, gezielte Falschinformation oder andere Verhaltensweisen, die zu einem solchen Vorwurf gehörten, seien aber nicht auszumachen.

Neue Nahrung hatten die Gerüchte um Mobilcom in der vergangenen Woche erhalten. Nach der Meldung, der Konzern werde die Bekanntgabe seiner Halbjahreszahlen aufgrund eines kurzfristig aufgetretenen Wertberichtigungsbedarfs verschieben, sackte der Kurs um acht Prozent ab.

Mobilcom: Aktie im freien Fall

Mehr lesen über Verwandte Artikel