Fiat Aller guten Dinge sind drei

Die Braut wird geschmückt. Der Konzern will seine Finanztochter Fidis versilbern.

Mailand – Mit dem Verkauf von Unternehmen und Beteiligungen versucht Fiats  Führungsriege den krisengeschüttelten Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Als nächste soll die Pkw-Finanzierungstochter Fidis den Besitzer wechseln.

Um Bewerbern, die an verschiedenen Unternehmensteilen interessiert sind, die Kaufentscheidung zu erleichtern, plant der angeschlagene Konzern nun offenbar, die Finanzierungstochter vor dem Verkauf in drei Teile zu splitten. Das berichtet die italienische Zeitung "Corriere Della Sera" ohne Angabe von Quellen.

Die drei aus der Teilung hervorgehenden Unternehmen sollen Fidis Factoring, Fidis Retail und Fidis Renting heißen. Formal genehmigt werden könnte die Teilung bereits Mitte September. Über die Höhe der Verkaufssumme gibt es bisher keine Angaben.

Weitere Firmentöchter stehen zum Verkauf

Als mögliche Käufer der Finanztochter werden unter anderem die Banken Unicredito Italiano, die niederländische ABN Amro und die französische Credit Agricole genannt. Erst kürzlich verkaufte der Konzern nach mehrmonatigen Verhandlungen die Alu-Sparte des von Fiat kontrollierten Zulieferers Teksid für 460 Millionen Euro an den amerikanischen Investmentfond Questor Management Company.

Im Rahmen des Sanierungsprogramms will Fiat neben Fidis auch den Teksid, die Robotertochter Comau und Teile des Zulieferers Magneti Marelli verkaufen. Ein Verkauf der Autosparte steht nach wie vor zur Diskussion.

Durch die Verkäufe will das italienische Traditionsunternehmen die Nettoverschuldung von 5,5 Milliarden Euro bis Jahresende auf drei Milliarden Euro verringern. Drei italienische Banken hatten erst kürzlich angekündigt, Fiat mit einem Kredit über drei Milliarden Euro auszuhelfen.