Gerling Teures Nachspiel

Die Schieflage der Fußballbranche kostet den Versicherungskonzern Millionen.

London – Die Übertragungsrechte für Fußballspiele spülten Fußballvereinen Millionen in die Kasse. Doch diese Zeiten dürften – nicht zuletzt wegen der Insolvenz der KirchGruppe, dem Händler der Fußballbundessligarechte – der Vergangenheit angehören.

Erst kürzlich meldete der britische Bezahlfernsehsender ITV Digital Insolvenz an. Für britische Topvereine entfallen damit Fernseheinnahmen von 315 Millionen Pfund für die nächsten drei Jahre. Ebbe in den Kassen und wirtschaftliche Probleme bei den Fußballclubs sind die Folge.

Doch nicht nur die Vereine auch die Versicherungen könnte die wirtschaftliche Schieflage der Fußballbranche Millionen kosten. So ist dem Gerling Konzern Allgemeine Versicherung (GKA) ein Millionenschaden aus der Versicherung britischer Fußballfinanzgeschäfte entstanden. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" in ihrer Mittwochausgabe.

"Wir haben Risiken bei 14 Vereinen versichert, davon zwei auf dem europäischen Festland", sagte ein Gerling-Sprecher. Der Konzern, der das Ausfallrisiko von Krediten der Vereine versichert hatte, rechnet mit einem Schaden unter zehn Millionen Pfund. Im klassischen "Sale-and-lease-back"-Verfahren hatten britische Fußballclubs ihre Spieler an Banken "abgetreten" und anschließend von den Finanzinstitute zurückgeleast.

Ein Sprecher der GKA-Niederlassung in London bestätigte gegenüber der Zeitung, dass Gerling für den Schaden aus nicht geleisteten Leasingzahlungen aufkommen müsse. Beim schwer angeschlagenen Erstligaverein Bradford City beläuft sich die ausstehende Summe auf 5,6 Millionen Pfund.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.