Varta Ein gutes Stück für einen Global Player

Abschied von der Autobatterie - Johnson Controls kauft größte Sparte des Hannoveraner Konzerns.

Hannover - Für 312,5 Millionen Euro veräußert der Varta-Konzern  seine Autobatterie-Sparte an den US-Anbieter Johnson Controls. Nach dem Verkauf des wichtigsten Geschäftsfeld verbleibt bei Varta lediglich der Bereich Mikrobatterien, der 2001 nur elf Prozent des Umsatzes erwirtschaftete.

Varta hatte seinen zweiten Hauptbereich Gerätebatterien bereits in der vergangenen Woche an die Rayovac Corporation verkauft.

Entstehung des "führenden Global Players"

Johnson Controls werde den Unternehmensbereich Autobatterien, zu dem die Varta Automotive GmbH und ein 80-Prozent-Anteil an der VB Autobatterie GmbH gehören, nach Genehmigung der Kartellbehörden und Zustimmung von Varta-Aufsichtsrat und Hauptversammlung voraussichtlich zum Jahresende übernehmen.

Der Autozulieferer sei in Nord- und Lateinamerika der größte Lieferant von Autobatterien und werde durch den Zukauf bei Varta "ein führender Global Player der Batterieindustrie", sagte Varta-Vorstandschef Georg Prilhofer.

Nach Angaben von Varta-Sprecherin, Elke Döhring-Nisar, will Johnson Controls seinen Europabereich Batterien in Hannover konzentrieren. Die Varta-Sparte Autobatterien zähle weltweit knapp 3100 Beschäftige, davon 1170 im Inland.

Verkaufsprogramm von DB Investor vor dem Abschluss

Durch den Verkauf an Johnson Controls werde es zwar Synergieeffekte geben. In Deutschland seien jedoch alle Produktionsstätten mehr als ausgelastet und es sei kein Arbeitsplatzabbau zu befürchten.

Insgesamt zählt die Varta AG derzeit weltweit noch 7700 Beschäftigte. Der Konzern befindet sich zu 92 Prozent im Besitz der Deutsche-Bank-Tochter DB Investor und erwirtschaftete 2001 einen Umsatz von 1,16 Milliarden Euro.

Auf den Bereich Gerätebatterien, dessen Veräußerung vergangenen Woche vereinbart wurde, entfallen 2.200 Beschäftigte. Weitere 800 Mitarbeiter hat ein Joint Venture in Brasilien für Gerätebatterien, an dem Varta weiterhin 49 Prozent hält. Der verbleibende Bereich Mikrobatterien mit seinem deutschen Standort Ellwangen zählt 1700 Mitarbeiter.

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