Hornblower Fischer Hauen und Stechen

Seit dem Einstieg des smarten Investors Alexander Falk geht es bei Hornblower Fischer rund: Machtproben, Gerichtsverfahren und Entlassungen gefährden den Ruf des Wertpapierhauses.

Frankfurt - Es steht so schlecht wie noch nie um den Ruf des Frankfurter Wertpapierhauses Hornblower Fischer. Seit die smarten Investoren aus Hamburg, Alexander Falk sowie seine Gehilfen Cito Aufenacker und Malte Griess-Nega, in der Frankfurter City auftauchten, rumort es im Gebälk.

In Frankfurter Bankerkreisen werden wilde Anekdoten erzählt - etwa die von einem hochvermögenden Mann, der bei Hornblower Fischer zehn Millionen Euro anlegen wollte. Als er erfuhr, dass Alexander Falk ein Drittel der Hornblower Aktien gekauft hatte, soll er das Geld sofort wieder mitgenommen haben.

Dies ist nur eine von vielen Geschichten, die bei Hornblower Fischer und im Umfeld der Bank kursieren. Es huschen Gerüchte über den Ausverkauf der AG durch den Raum, Mitarbeiter raunen sich zu, der ehemalige Vorstand sei zum Rücktritt gezwungen worden. Von einer geplanten Insolvenz ist die Rede in anonymen Mails von Mitarbeitern und Ehemaligen.

Falk demonstriert seinen Machtanspruch

All die Gerüchte umranken die aktuellen Veränderungen bei Hornblower Fischer. Ein Investor war gesucht worden, weil sich der ehemalige Vorstand vor allem mit dem Risikokapitalgeschäft und dem Engagement im Internet heftig vertan hat.

In Alexander Falk fanden die Vorstände Ende vergangenen Jahres jemanden mit Geld und Interesse für das Bankgeschäft. Beide Parteien wurden sich einig, Falk übernahm zum Jahreswechsel 31 Prozent der Aktien. Inzwischen besitzt er bereits 41 Prozent.

Nach Falks Aktienkauf gab es massiv Streit zwischen den Altinhabern Rolf Engel, Erimar von der Osten und Dirk Schmidt (vereint in der EOS GbR) auf der einen Seite und dem neuen Inhaber Alexander Falk auf der anderen Seite. Bereits der Einzug des neuen Anteilseigners Falk in den Aufsichtsrat beschäftigte die Gerichte. Falk beantragte bei Gericht seine Einsetzung in den Aufsichtsrat - die Vorstände schossen dagegen. Vergebens.

Spekulationen um Namensänderung

In den folgenden Wochen krempelte Falk das Unternehmen Hornblower Fischer um. Er übernahm das Bankhaus Oswald Kruber zu 100 Prozent in seine Alexander Falk Holding. Er plant ein öffentliches Übernahmeangebot für die operativen Teile der Hornblower Fischer AG, um sie in die Kruber Bank zu integrieren - falls die ehemaligen Vorstände nicht spuren und ihm die Unternehmensteile verkaufen.

Intern wird spekuliert, dass die Bank in Hornblower Bank umbenannt werden soll. Vorstand Klaus Berger: "Das ist im Gespräch, aber nicht entschieden."

Beging Falk Vertragsbruch?

Der Umbau hat bereits begonnen

Der Hornblower Fischer AG bliebe nur noch der Bereich Venture Capital und Beteiligungen - Bereiche, die maßgeblich zu den Schwierigkeiten des Unternehmens beigetragen haben.

Der Umbau geht rasant voran. Die Mitarbeiter aus der Brokerabteilung haben bereits ihre Kündigung erhalten. Die Geschäftsräume in Hamburg und München werden aufgegeben - einige Mitarbeiter arbeiten künftig in Falks Hamburger Renommierbüro.

Außerordentliche Hauptversammlung beantragt

Auf der Betriebsversammlung am Montag verkündete der Vorstandsvorsitzende Johann Rudolf Flesch, dass auch die Mitarbeiter der Research-Abteilung entlassen würden. Erst jetzt reagieren die ehemaligen Vorstände mit Vehemenz.

Sie beantragten eine außerordentliche Hauptversammlung. Sie wollen das Geschäftsgebaren von Vorstand und Aufsichtsrat im Umgang mit dem Minderheitsaktionär Alexander Falk Holding prüfen lassen. Sie hegen die Hoffnung, dass die Aktionäre ihrem Antrag folgen und Falk und von Lente aus dem Aufsichtsrat abwählen.

Der Grund für all die Entrüstung: Falk soll einen Vertrag gebrochen haben, als er die Kruber-Bank in seine Holding einverleibte - statt Hornblower Fischer als ganzes wieder auf den rechten Kurs zu bringen.

Dessen ungeachtet schreitet der Ausverkauf von Hornblower Fischer weiter voran. Zur besseren Motivation trug Vorstandschef Flesch auf der Betriebsversammlung den Beschäftigten als Hausaufgabe auf: Wer Kunden von Hornblower Fischer zur Kruber Bank transferiere - dessen Bewerbung werde bei der Bank wohlwollend berücksichtigt.

Hornblower: Ein Drittel der Belegschaft muss gehen Die unglaubliche Karriere des Alexander Falk

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