Philipp Holzmann Bye, bye J.A. Jones

Der insolvente Baukonzern steht offenbar kurz vor dem Verkauf seiner wertvollsten Firmentochter.

Hamburg - Der überschuldete Baukonzern Philipp Holzmann wird seine US-Bautochter J.A. Jones spätestens bis September verkauft haben. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf unterrichtete Kreise.

J.A. Jones, der weitaus wertvollste Teil des vor der Zerschlagung stehenden Konzerns, soll dem überschuldeten Baukonzern mindestens 500 Millionen Dollar in die leere Kasse spülen, vermuten Insider. Insgesamt schuldet das zahlungsunfähige Unternehmen seinen Gläubigern laut Schätzungen rund drei Milliarden Euro.

Derzeit seien neben dem Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger auch andere US-Unternehmen an der Übernahme von J.A. Jones interessiert, berichtet das Blatt. Der größte deutsche Baukonzern Hochtief hatte sich als Bieter für die US-Tochter Ende Juni wegen zu größer preislicher Differenzen zurückgezogen.

Verkauf anderer Firmentöchter kurz vor Abschluss

Gleichzeitig stünde Insolvenzverwalter Ottmar Hermann vor dem Abschluss einer Serie von Verkäufen anderer wichtiger Holzmann-Töchter. Als Bieter für die Holzmann-Service-Tochter HSG liege derzeit Bilfinger Berger vorn, berichtet das Blatt. Der Zuschlag für die Deutsche Asphalt dürfte an die Werhan-Tochter Basalt AG in Linz gehen.

Der Holzmann-Konzern hatte nach einem langen Überlebenskampf Ende März Insolvenz angemeldet, nachdem sich die Gläubigerbanken nicht auf ein Rettungskonzept hatten verständigen können. Die 1849 gegründete und einst größte deutsche Baufirma hatte 2001 Verluste von 237 Millionen Euro verbucht. Zuletzt standen in Deutschland rund 10.000 Beschäftigte auf den Gehaltslisten, weltweit waren es rund 20.000.

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