Vorstandsgehälter Eine Million pro Monat - beschämend?

Es kommt Bewegung in die Bezüge der Spitzenmanager - nach unten. Ericsson ändert sein Bonus-Programm für die Vorstände. Und gegen die Bezüge von Vodafone-Chef Gent opponieren Großaktionäre.

Stockholm / London - Der schwedische Telekomausrüster LM Ericsson will die Bonusvergütung für seine Vorstände ändern. Statt am Cash-Flow werde sich die Zusatzvergütung künftig an den Auftragseingängen orientieren, berichtet die Zeitung "Dagens Industri" am heutigen Dienstag unter Berufung auf Finanzvorstand Sten Fornell.

Ausschlaggebend für die Bemessung der Gehaltszuschläge seien nun die eingegangenen und die kurzfristig erreichbaren Aufträge.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Ericsson seine Cash-Flow-Ziele erreicht und nach dem noch gültigen Vergütungssystem Boni an das Management gezahlt, obwohl der Aktienkurs eingebrochen war und die Aktionäre keine Dividende erhielten.

Ein hohes Einkommen trotz sinkendem Aktienkurs - davon profitiert auch Chris Gent. Die üppigen Gehaltszulagen für den Chef von Vodafone  empören nach einem Bericht der "Financial Times" mehrere Großaktionäre des britischen Mobilfunkkonzerns.

Bei der Hauptversammlung am Mittwoch (31. Juli) wollten deshalb mehrere der kritischen Großaktionäre Veto gegen das millionenschwere, beschämende Bonuspaket einlegen, berichtet die Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe.

Die Namen der Aktionäre wurden nicht genannt. Die Mehrheit der Anteilseigner werde der Summe jedoch vermutlich zustimmen, hieß es. Dem Blatt zufolge soll Gent einen Bonus von 3,9 Millionen Pfund (6 Millionen Euro) und 1,2 Millionen Pfund Gehalt erhalten. Dazu kämen mehrere Millionen Pfund in Aktienoptionen.

Die Prämie kommt trotz horrender Verluste: Im Ende März ausgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 verbuchte Vodafone einen Verlust vor Steuern von 13,54 Milliarden Pfund (21,4 Milliarden Euro). Dies war der höchste Wert, den je ein Unternehmen in der britischen Wirtschaftsgeschichte erreichte.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.