General Electric Finanzdienstleister aufgeteilt

Das Tochterunternehmen GE Capital verbuchte im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von zehn Prozent. Nun zieht der Konzernchef Jeffrey Immelt die Konsequenz und spaltet den Finanzdienstleister in vier Bereiche auf.

Fairfield - Der amerikanische Mischkonzern General Electric (GE) spaltet seine riesige Finanzdienstleistungs-Tocher GE Capital in vier Sparten auf. An der Wall Street wurde die Reorganisation als Versuch gesehen, mehr Transparenz in die Geschäfte der GE Capital zu bringen und die Macht von Konzernchef Jeff Immelt zu stärken. General Electric teilte mit, Immelt wolle einen direkteren Kontakt zu den Finanzdienstleistungsteams gewinnen.

Der bisherige Chef der GE Capital, Denis J. Nayden, der als zweitmächtigster Mann bei GE galt, will eine Beratungsfirma für Finanzdienstleistungen gründen. Er werde Immelt weiterhin beraten.

Worldcom belastet Ergebnis

Die vier neuen Bereiche sind Finanzierung für Geschäfts- und für Privatkunden, Versicherungsgeschäfte und Ausrüstungs-Management. Ihre Chefs werden Immelt direkt unterstellt. Die Reorganisation tritt zum August in Kraft. GE Capital steuert laut Immelt 40 Prozent des Konzerngewinns bei.

General Electric hatte GE Capital in den dreißiger Jahren gegründet, um den Amerikanern Finanzierungen beim Kauf von Haushaltsgeräten zu bieten. Inzwischen hat sich GE Capital zu einem der weltgrößten Finanzdienstleister entwickelt. Sie kontrolliert Versicherungen, macht Leasing sowie Unternehmens- und Verbraucherfinanzierungen und ist in vielen anderen Finanzdienstleistungsgeschäften aktiv.

General Electric hatte im zweiten Quartal 2002 dank einer starken Entwicklung fast aller Geschäftssparten einen Rekordgewinn von 4,4 Milliarden Dollar erwirtschaftet. GE Capital verbuchte jedoch wegen des Verlustes einer Rückversicherungsfirma und auf Grund von Worldcom-Anleiheverlusten einen Gewinnrückgang um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar.