Hornblower Fischer Einem Drittel der Belegschaft gekündigt

Der neue Chef kürzt radikal. Filialen und Resarch-Abteilungen werden geschlossen.

Frankfurt - Die Alexander Falk Holding GmbH, Hamburg, will die Frankfurter Investment- und Wertpapierhandelsbank Hornblower Fischer AG umfassend restrukturieren. Wie der von Falk eingesetzte Berater für Hornblower, Cito Aufenacker, am Freitag im Gespräch mit vwd erläuterte, sollen die Broker-Aktivitäten von Hornblower reduziert und das Institut als reine Vertriebs- und Beraterbank ausgestellt werden.

Auslöser: "Äußerst angespannte Situation"

Dahher soll bis Ende August die Hamburger Niederlassung und bis Ende November die Münchener Zweigstelle geschlossen werden. Die Research-Aktivitäten in Frankfurt dürften ebenfalls eingestellt werden. In München würden zehn bis zwölf Mitarbeiter, in Hamburg fünf Beschäftigte und in Frankfurt vier Reasearch-Mitarbeiter entlassen, sagte Aufenacker. Die Betroffenen - insgesamt soll es sich um etwa 30 von 103 Beschäftigten handeln - seien am Berichtstag darüber informiert worden.

Die übrigen Hornblower-Mitarbeiter sollen am Montag und Dienstag bei Versammlungen in Frankfurt über diese und andere geplante Restrukturierungen in Kenntnis gesetzt werden. Weitere Maßnahmen wollte Aufenacker mit Hinweis auf die zunächst einberufenen Versammlungen nicht nennen. Ferner stünden noch einige Entscheidungen aus. Für Mittwoch sei außerdem eine Aufsichtsratssitzung bei Hornblower anberaumt worden.

Hornblower befinde sich "in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation", begründete Aufenacker die Maßnahmen, ohne näher auf die Lage der Bank einzugehen.

Maßnahmenkatalog ist aufgestellt

Mit Hilfe der seit Mai laufenden internen Prüfungen und Mitarbeiterbefragungen bei Hornblower sei ein Maßnahmenkatalog zur Restrukturierung der Bank erstellt worden.

Über einige Punkte sei noch keine Übereinstimmung mit den Alt-Gesellschaftern der Bank erzielt worden, sagte er. Die Entscheidungen dürften erst zu Wochenbeginn fallen. Die Alexander Falk Holding hatte sich zum Jahreswechsel mit 31 Prozent an Hornblower beteiligt.

In Unternehmenskreisen war befürchtet worden, Hornblower solle um ihre Vermögenswerte "erleichtert" werden. Von anderer Seite hieß es, es bestehe kein Anlass, daran zu zweifeln, dass es sich bei der Falk-Beteiligung an Hornblower um ein ernsthaftes und langfristiges Engagement handele.

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