Bayer Bald wieder potent?

Potenzmittel statt Cholesterinsenker. Der Konzern will mit einem neuen Medikament durchstarten.

Leverkusen – Nachdem der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer  im vergangenen Jahr seinen Verkaufsschlager Lipobay wegen lebensgefährlicher Nebenwirkungen vom Markt nehmen musste, setzt der Konzern nun auf einen neuen Blockbuster: das Potenzmittel Vardenafil.

Bayer werde das Medikament möglicherweise schon im nächsten Jahr auf dem US-Markt verkaufen dürfen. Das teilte der Konzern am Mittwoch mit. Die US-Gesundheitsbehörde FDA habe bei der Prüfung des Präparats einen Zwischenbescheid mit Aussicht auf Zulassung erteilt.

Für die endgültige Zulassung des Arzneimittels fordere die FDA jedoch noch weitere klinisch-pharmakologische Studien, teilte ein Bayer-Sprecher gegenüber manager-magazin.de mit. Statt wie ursprünglich geplant, soll der Marktstart nun von der zweiten Hälfte dieses Jahres auf das nächste Jahr verschoben werden.

Bayer verspricht sich von dem Präparat, das der Konzern gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline vermarkten will, jährliche Einnahmen von maximal einer Milliarde Euro. Das entspricht dem jährlichen Umsatz, den Pfizer  mit dem Potenzmedikament Viagra, das seit 1998 auf dem Markt ist, erwirtschaftet.

"Das Potenzial des Marktes ist noch lange nicht ausgeschöpft, sagte Bayer-Sprecher Günter Fornezk gegenüber manager-magazin.de. Nach Bayer-Schätzungen leiden mehr als die Hälfte der Männer über 40 Jahren an einer Erektionsschwäche.

Der Wirkstoff ist bereits in einigen lateinamerikanischen Ländern zugelassen. Bayer hat die Marktzulassung für alle weltweit wichtigen Regionen beantragt.