Deutsche Telekom Sommer in Spendierlaune

Kurz vor dem Abgang soll Ron Sommer seinem Kommunikationschef Jürgen Kindervater noch schnell den Vertrag verlängert haben - um fünf Jahre.

Berlin - Ron Sommer hat zwei Tage vor seinem Rücktritt eine Vertragsverlängerung für seinen Kommunikationschef unterzeichnet, die diesem ein gutes Auskommen bescheren dürfte - gleich, ob er auf seinem Post bleibt oder nicht.

Über die Fünfjahres-Verlängerung im Schnellschussverfahren berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf eine "gut unterrichtete Quelle".

Für den Nachfolger von Sommer als Vorstandschef der Deutschen Telekom , Helmut Sihler, dürfte die Personalie Kindervater damit eine gute Portion kostspieliger geworden sein.

Gegenüber der "Berliner Zeitung" sagte Kindervater: "Ich rede mit Herrn Sommer und anderen Vorständen seit anderthalb Jahren darüber und werde die Gespräche mit Herrn Sihler fortsetzen." Dementieren wollte er den neuen Fünfjahresvertrag nicht.

In einem Interview mit dem Branchendienst "Werben und Verkaufen" sagte Kindervater: "Ich habe einen Vertrag mit der Deutschen Telekom und hatte immer das Glück, mit großartigen Persönlichkeiten als Vorstandsvorsitzenden zusammenzuarbeiten."

Laut "Berliner Zeitung" wollen Telekom-Interimschef Sihler und sein Stellvertreter Gerd Tenzer den Sommer-Intimus Kindervater allerdings nicht auf seiner Schlüsselposition belassen. Kindervaters Verhältnis zu Tenzer soll getrübt sein, seit der Pressechef vor anderthalb Jahren intern angeblich gegen den damaligen Technikvorstand gearbeitet haben soll. Tenzer musste am Ende zwei wichtige Verantwortungsbereiche an die Sommer-Vertrauten Josef Brauner und Max Kirchberger abtreten.

Kindervater ist zuständig für einen mit 1,9 Milliarden Euro dotierten Etat, aus dem auch teuere Sponsorenverträge und Marketingaktionen finanziert werden. Sihler hat bereits angekündigt, die Marketingausgaben um 400 Millionen Euro streichen zu wollen.

Jetzt wird laut "Berliner Zeitung" überlegt, Kindervater auf den kürzlich freigewordenen Chefposten von DeTeMedien in Frankfurt abzuschieben. Bei dieser Tochter werden alle Aktivitäten des Telefonriesen mit Medienunternehmen und Telefonbuch-Verlagen gebündelt.

Wird Ron Sommer der Abgang mit 15 Millionen versüßt?

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