Eon Wird Hartmann weich?

Der Protest gegen die Ruhrgas-Übernahme zeigt erste Wirkung. Abgeschreckt von einem möglichen langen Gerichtsverfahren überlegt Eon-Chef Ulrich Hartmann, auf die Fusion zu verzichten.

Düsseldorf/Berlin - Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon  erwägt nach Informationen der "Welt am Sonntag" (WamS), auf die ins Stocken geratene Übernahme der Ruhrgas AG ganz zu verzichten.

Ehe sich Vorstandschef Ulrich Hartmann auf eine jahrelange juristische Prozedur einlasse, werde er lieber von der Übernahme absehen, hieß es unter Berufung auf Eon nahe stehende Finanzkreise. Hartmann hatte schon früher mit Blick auf etwaige Probleme erklärt, er werde die Ruhrgas-Fusion nicht um jeden Preis betreiben.

Stattdessen werde der Konzernchef sich laut "WamS" nach geeigneten Übernahmekandidaten im Ausland umsehen. Eine Eon-Stellungnahme zu dem Bericht war zunächst nicht zu erhalten.

Keine Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium

Unterdessen wies das Bundeswirtschaftsministerium Berichte zurück, wonach es im Vorfeld der mündlichen Gerichtsverhandlung am kommenden Mittwoch über Klagen zweier Stromhändler gegen die Ministererlaubnis für die Fusion in der vergangene Woche Gespräche mit Eon-Managern gegeben hätte.

"Es hat keine Sondierungsgespräche oder Konferenzen mit Eon gegeben", sagte ein Ministeriumssprecher am Samstag. Damit reagierte er auf einen vorab veröffentlichten Bericht des SPIEGEL.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Übernahme vorläufig untersagt, unter anderem, weil es Verfahrensfehler bei der erteilten Ministererlaubnis befürchtet. Am Mittwoch soll in der Hauptsache verhandelt werden. Sowohl das Bundeskartellamt, als auch die Monopolkommission hatten zuvor schwere Bedenken gegen die Fusion erhoben. Mit ihr würde Eon nicht nur zu einem der größten Gashändler in Europa aufsteigen, sondern auch seine Position auf dem europäischen Energiemarkt insgesamt erheblich stärken.

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