Allianz Mit ADAM auf Platz drei weltweit

Als Vermögensverwalter wachsen die Münchener stark, wird jetzt die Dresdner Bank aufgelöst?

München – Trotz der Börsenflaute baut die Allianz  ihr Geschäft mit der Vermögensverwaltung weiter aus. Im ersten Quartal sei das für Dritte verwaltete Vermögen um mehr als 22 Milliarden Euro auf 642 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Allianz Dresdner Asset Management (ADAM) in München mit. Einschließlich der eigenen Allianz-Anlagen sind es knapp 1200 Milliarden Euro.

Das Ende der roten Zahlen soll 2004 eingeläutet werden

Vor allem wegen der hohen Kosten für die Akquisitionen der vergangenen Jahre schreibt der Bereich derzeit unter dem Strich noch rote Zahlen. "Ab Ende 2004 wird sich das ändern", sagte Allianz-Vorstand Joachim Faber als Chef der Allianz Dresdner Asset Management (ADAM). Bei der operativen Profitabilität habe man in dem jungen Kerngeschäftsfeld bereits zu den großen Wettbewerbern aufgeschlossen.

Die Allianz hatte vor vier Jahren entschieden, die Vermögensverwaltung neben der Sach- und Lebensversicherung zum dritten Standbein aufzubauen. Mit Übernahmen wie dem Kauf des US- Anlagespezialisten Pimco stieg der Konzern rasch zum mittlerweile drittgrößten Vermögensverwalter der Welt auf.

Das operative Ergebnis bei ADAM betrug in den ersten drei Monaten 148 Millionen Euro nach 313 Millionen Euro im Gesamtjahr 2001. Der Nettoverlust belief sich im ersten Quartal auf 91 Millionen Euro.

Wachstumsvorgabe: Zehn bis 15 Prozent pro Jahr

Nach den Übernahmen in den USA und der Integration der Dresdner Bank-Vermögensverwaltung will ADAM künftig organisch wachsen. "Die Akquisitionsphase ist abgeschlossen", sagte Faber. Er gehe jetzt von einem durchschnittlichen Wachstum von zehn bis 15 Prozent pro Jahr aus. Es sei allerdings nicht erklärtes Ziel, zur Nummer eins aufzusteigen. Weltmarktführer ist derzeit die UBS.

Soll die Dresdner Bank aufgelöst werden?

Nicht kommentieren wollte Faber einen Zeitungsbericht über einen möglichen Umbau der Dresdner Bank. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtete, es gebe Pläne, die Dresdner noch enger an die Allianz anzubinden. Dabei werde auch eine Auflösung der Dresdner als Teilkonzern diskutiert.

Das Privatkundengeschäft und das Kapitalmarkt- und Firmenkundengeschäft würden dann direkt bei der Allianz eingegliedert. Es gebe "Kräfte" in der Bank aber auch bei der Allianz, die die direkte Eingliederung der Bereiche betreiben würden, so die FAZ.

Eine eigene Zentrale für die Dresdner Bank wäre nach diesen Überlegungen nicht mehr erforderlich, schreibt die "FAZ". Auch eine rechtliche Verselbstständigung der Bereiche sei möglich. Die Pläne stoßen laut "FAZ" in Finanzkreisen auf starkes Befremden. "Gerüchte wollen wir nicht kommentieren", sagte Faber dazu.

Faber: Prüfer drückten "ein Auge zu viel zu"

ADAM-Vorstandschef Joachim Faber sprach sich angesichts der jüngsten Bilanzskandale für vertrauensbildende Schritte unter allen Marktteilnehmern aus. "Alle Akteure an den Finanzmärkten müssen daran arbeiten, das verlorengegangene Vertrauen wiederherzustellen", sagte Faber.

Die großen Wirtschaftsprüfer-Gesellschaften sollten zu verbindlichen Standards kommen, die eine Kontrolle der Prüfer ermöglichten. Einige Wirtschaftsprüfer müssten sich fragen lassen, ob sie nicht teilweise "ein Auge zu viel zugedrückt haben". Unternehmen sollten unter Berücksichtigung hoher moralischer Standards geführt werden. "Ethik und Anstand in der Unternehmensführung sollten vor dem Hintergrund der jüngsten Skandale auch wieder stärker bei der öffentlichen Beurteilung von Unternehmen berücksichtigt werden", forderte Faber.

Zugleich befürwortete er Reformen bei den Bilanzierungsregeln. Er sprach sich für eine "Konvergenz" zwischen dem "regelbasierten" Bilanzierungssystem US-GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) und dem "stärker Prinzipien orientierten System" IAS (International Accounting System) aus.

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