Pfizer Fusion der Superlative

Es ist die größte Übernahme in der Geschichte der Pharmabranche. Pfizer kauft Pharmacia.

New York – Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer  setzt seinen Siegeszug in der Pharmabranche weiter fort. Das amerikanische Pharmaunternehmen übernimmt den Konkurrenten Pharmacia  im Zuge eines Aktientauschs im Wert von 60 Milliarden Dollar. Das teilten beide Unternehmen am Montag in New York mit. Damit ist die größte Übernahme in der Geschichte der Pharmabranche perfekt.

Durch die Übernahme kann Pfizer seine Marktposition ausbauen und weltweit stärken. In Europa rückt der amerikanische Marktführer nun von Platz vier auf die Spitzenposition vor. Auch in Japan und Lateinamerika steigt der weltgrößte Pharmakonzern zum Marktführer auf und erhöht seinen globalen Marktanteil in der Pharmabranche von acht auf elf Prozent.

"Wir werden mit Pharmacia die Produkte, die (Forschungs)-Pipeline, die Größe und die finanzielle Flexibilität haben, um unsere Führung auszubauen", erklärte Pfizer-Konzernchef Hank McKinnell. Pharmacia-Chef Fred Hassan soll stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender von Pfizer werden und soll bei der Integration der beiden Unternehmen helfen.

Kostenersparnis von bis zu 2,5 Milliarden Dollar

Durch die Übernahme von Pharmacia wird Pfizer den Umsatz des laufenden Geschäftsjahres eigener Schätzungen zufolge von ursprünglich 35,1 Milliarden Dollar auf rund 48 Milliarden Dollar steigern können.

Der Gewinn soll in diesem Jahr statt 9,8 Millarden Dollar 11,8 Milliarden Dollar betragen. Der Konzern, der unter anderem für das Potenzmittel Viagra bekannt ist, wird nach dem Kauf über zwölf Medikamente mit einem jeweiligen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar verfügen.

Bis zum Jahr 2004 will Pfizer den Konzernumsatz auf 57,8 Milliarden Dollar steigern und einen Gewinn von 16,7 Milliarden Dollar ausweisen. Der Umsatz werde jährlich um zehn Prozent steigen, der Gewinn soll sogar um 19 Prozent zulegen. Durch den Zusammenschluss werden 2005 Kostenersparnisse von 2,5 Milliarden Dollar erwartet.

Aktientausch im Verhältnis 1 zu 1,4

Die Pharmacia-Aktionäre werden für jedes ihrer Papiere 1,4 Pfizer-Aktien erhalten. Dies läuft auf einen Kaufpreis von 45,08 Dollar je Aktie und damit auf ein Aufgeld von 44 Prozent für die Aktionäre hinaus. Die Pfizer-Aktien war am Montag vor US-Handelsbeginn um 2,20 Dollar auf 30,20 Dollar gefallen, der Pharmacia-Aktienkurs konnte dagegen kräftig um 8,16 Dollar auf 40,75 Dollar zulegten.

Pfizer hatte vor zwei Jahren den US-Pharmakonzern Warner-Lambert für 115 Milliarden Dollar geschluckt, und bringt jetzt mit dem Pharmacia-Kauf andere große Pharmaunternehmen wie Merck & Co.  , Bristol-Myers Squibb Co.  und Roche Holding AG  in Zugzwang.