Merrill Lynch Die besten Köpfe verlassen das Schiff

Die Investmentbank plant nach Medienberichten, 20 Prozent ihrer Angestellten in Europa zu entlassen.

London - Rätselraten um die aktuelle Personalpolitik bei Merrill Lynch. Die US-Investmentbank erwägt nach einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" weitere Stellenstreichungen in Europa.

Wie das Blatt unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet, könnten bis zu 20 Prozent der Investmentbanker davon betroffen sein. Von 450 Stellen in diesem Bereich stünden somit rund 100 zur Disposition. Die Bank hatte bereits im vergangenen Jahr 1.600 Stellen in Europa abgebaut. Die europäische Tochtergesellschaft der US-Investmentbank Merrill Lynch hat diesen Bericht bislang nicht dementiert.

"Wie schon früher mitgeteilt, werden wir ein aktives Management der uns zur Verfügung stehenden Mittel im Einklang mit dem wirtschaftlichen Umfeld betreiben", sagte eine Unternehmenssprecher auf Anfrage. Das betreffe auch die Betriebskosten und die Beschäftigtenzahl.

Dies scheint wohl auch die Führungskräfte in Frankfurt nicht ganz unbeeindruckt gelassen zu haben, denn sowohl Ernst Fassbender als auch Malcolm Twaites ließen sich von der Konkurrenten Lazard abwerben.

Überzeugt wurden die beiden ausgerechnet von Bruce Wasserstein und Jeffrey Rosen, die bereits im letzten Jahr der Dresdner Bank enttäuscht den Rücken kehrten und zu Lazards wechselten.

Richard Creswell, der Vizepräsident für den Bereich Media Relations aus London wollte sich auf Anfrage von manager-magazin.de nicht konkret zu dem Thema äußern. Seine Auskunft: "Wir reorganisieren unsere Ressourcen weiterhin. Das bedeutet, dass in einigen Bereichen Stellen abgebaut werden könnten, während in anderen eingestellt werde."

Creswell weiter: "Auf Grundlage unserer derzeitigen Einschätzung sind wir der Ansicht, dass der Großteil des Stellenabbaus hinter uns liegt." Darüber hinaus wollte er keine Angaben machen.