DaimlerChrysler Die Amis sollen ein "E" kaufen

Bester Juni aller Zeiten bei Mercedes und eine Klage über eine Milliarde Euro Schadenersatz.

Stuttgart/Montreal - Mercedes-Benz hat in den ersten sechs Monaten 2002 trotz der schwierigen Marktlage mit 559.000 Pkw den Rekordabsatz des Vorjahreszeitraums erreicht. In einem rückläufigen Automobilmarkt konnte damit der weltweite Marktanteil weiter ausgebaut werden, teilte DaimlerChrysler  am Freitag in mit. Mit 95.700 verkauften Autos (plus vier Prozent) habe es den besten Juni aller Zeiten gegeben.

In Deutschland wurden bis Ende Juni mit 186.700 Einheiten drei Prozent weniger Pkw abgesetzt. Dies liege im Wesentlichen an streikbedingten Produktionsrückständen, hieß es. Der deutsche Markt sei mit vier Prozent rückläufig. Im Juni stieg der Absatz mit 33.000 Pkw wieder leicht um ein Prozent, wodurch sich der Marktanteil der Marke von rund zwölf Prozent weiter gefestigt habe.

Um vier Prozent schrumpfte im ersten Halbjahr der Automobilmarkt in Westeuropa (einschließlich Deutschland), wo Mercedes-Benz mit einem Plus von einem Prozent den Absatz leicht auf 372.900 Fahrzeuge steigern konnte. Starkes Absatzwachstum gab es vor allem in Frankreich und Italien (plus 14 und 22 Prozent).

In den USA wurde mit 102.900 (plus drei Prozent) verkauften Autos der bislang beste Halbjahresabsatz erreicht. Zwar gab es im Juni mit einem Rückgang von 6,7 Prozent auf 16.200 Fahrzeuge einen Rückschlag. Dies habe aber in erster Linie daran gelegen, dass die neue E-Klasse und der CLK erst im August in Nordamerika eingeführt werden. Die USA seien traditionell einer der Hauptmärkte für die E-Klasse. Joachim Schmidt, Vertriebs- und Marketingvorstand der Marke Mercedes-Benz Pkw, zeigte sich daher zuversichtlich für die kommenden Monate.

Drohungen aus Kanada

Bombardier hat unterdessen die bereits im Februar angekündigte Klage gegen DaimlerChrysler bei der Internationalen Handelskammer in Paris eingereicht. Im Zusammenhang mit der Übernahme der Adtranz fordert das kanadische Unternehmen eine Milliarde Euro Schadenersatz, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Klage betrifft den von Bombardier als zu hoch angesehenen Preis, den die Gesellschaft für die damalige DaimlerChrysler-Tochter im vergangenen Jahr bezahlt hatte.

US-Automarkt: Porsche kann punkten

Verwandte Artikel