Volkswagen Von China geblockt

Finanzierungsangebote sollen Kunden in China locken - doch die Regierung stellt sich quer.

Hamburg/Tokio - Volkswagen plant eine Offensive auf dem chinesischen Automobilmarkt mit Hilfe von Finanzierungs- und Leasingangeboten. Doch bisher hat der Wolfsburger Autokonzern die benötigte Lizenz trotz Erfüllung der Auflagen von der chinesischen Regierung noch nicht erhalten.

"Das wir hier einsteigen, ist ganz entscheidend", sagte VW-Vorstand Robert Büchelhofer der "Financial Times Deutschland" am Rande der Asien-Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Tokio. Bisher war Volkswagen mit einem Marktanteil von fast 50 Prozent die stärkste Macht auf dem chinesischen Automarkt. Nach dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) habe sich der Wettbewerb auf dem Automarkt verschärft. Vor allem Finanzierungsangebote würden nun darüber entscheiden, wer die Gewinner und wer die Verlierer auf diesem Markt seien, zitiert das Blatt Büchelhofer.

Die Wolfsburger warten bereits seit Ende des ersten Quartals auf die Genehmigung des Lizenzantrags. Die Regierung der Volksrepublik bewahre bei der Öffnung der Märkte eine ruhige Hand, um der chinesischen Wirtschaft die Chance zu geben, sich an den steigenden Konkurrenzdruck zu gewöhnen, erklärte ein Behördensprecher gegenüber dem Blatt. Wann die Behörden den Antrag bewilligen wollen, ist bisher unbekannt.

Volkswagen will in China über 900 Niederlassungen einrichten, in denen Kunden sich über Finanzierungs- und Leasingangebote informieren können. Mit dem Angebot will der Autobauer vor allem der steigenden Zahl der privaten Autokäufer entgegenkommen. Der Konzern plant darüber hinaus, seine Marktstellung mit dem Angebot günstiger Kleinwagenmodelle zu stärken. Volkswagen will innerhalb der nächsten zwölf Monate auf Basis des VW Lupo ein Auto im Billigpreissegment anbieten. In den nächsten drei Jahren plant Volkswagen rund 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau der bestehenden Produktionsstätten zu investieren.

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