Sonntag, 26. Januar 2020

Stinnes In Düsseldorf klingelt die Kasse

Die Deutsche Bahn zahlt 32,75 Euro pro Stinnes-Aktie. Insgesamt kostet die Übernahme des Logistikkonzerns 2,5 Milliarden Euro. Großaktionär Eon fährt 600 Millionen Euro Buchgewinn ein.

Düsseldorf - Die Deutsche Bahn will den Logistikkonzern Stinnes Börsen-Chart zeigen für rund 2,5 Milliarden Euro kaufen. Mit der Übernahme kann die Bahn künftig Gütertransporte von Werkstor zu Werkstor anbieten und zu einem der führenden europäischen Logistik-Unternehmen werden.

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Den Stinnes-Aktionären sollen 32,75 Euro pro Anteilschein geboten werden. Das teilte Stinnes-Großaktionär Eon Börsen-Chart zeigen am Mittwoch ad hoc mit. Am Abend werde der Eon-Aufsichtsrat über die Transaktion, die noch im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden solle, entscheiden, hieß es weiter in der Ad-hoc-Mittteilung. Eon hält rund 65 Prozent an Stinnes und kann dadurch mit einem Erlös von gut 1,6 Milliarden Euro rechnen. Der Buchgewinn liegt laut Eon bei rund 600 Millionen Euro.

Die im MDax notierten Aktien der Stinnes AG waren am Mittwoch von 13.00 Uhr bis 14.30 Uhr vom Handel ausgesetzt. Der letzte Kurs vor dem Handelsstopp lag bei 31 Euro, ein Plus von 4,9 Prozent. Nach Wiederaufnahme des Handels sprang die Aktie sofort über die 32-Euro-Marke.

Den Kreisen zufolge will die Bahn den Kauf durch eine vorübergehende Erhöhung seiner Neuverschuldung finanzieren. Dies könne über Bankkredite aber auch über die Ausgabe neuer Anleihen erfolgen, hieß es.

Analysten hatten einen Kaufpreis für den Mülheimer Traditionskonzern Stinnes in der Größenordnung von 2,5 Milliarden Euro als fair bezeichnet. Ein Teil des Kaufpreises solle durch den anschließenden Verkauf von Randbereichen wie der Werkstoffsparte von Stinnes refinanziert werden, hieß es in den Kreisen weiter.

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