US-Automarkt Porsche kann punkten

Amerikaner fuhren im Juni vor allem auf deutsche Sportwagen ab. BMW und Porsche machten das Rennen. Volkswagen und DaimlerChrysler hatten in den USA dagegen das Nachsehen.

Hamburg - Die ersten US-Automarktdaten für Juni liegen vor. Nicht alle Autohersteller fuhren zu Spitzenleistungen auf. Bei den Amerikanern waren im vergangenen Monat allem sportliche Modelle gefragt. Während BMW und Porsche die Spitzenränge belegen, haben Volkswagen und DaimlerChrysler das Nachsehen. Angesichts der ungewissen Konjunkturentwicklung buhlen die großen Hersteller zudem weiterhin mit kräftigen Rabatten und extrem billigen Finanzierungen um die Käufer.

Porsche: der 911er reißt es raus

Porsche  verhalf vor allem die Vorliebe wohlhabender Amerikaner für den Porsche 911 in seinem wichtigsten Markt Nordamerika zu hohen Zuwächsen. Im Juni stieg der Porsche-Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,7 Prozent auf 2064 Fahrzeuge. Das teilte die Porsche AG in Stuttgart mit.

Jenseits des Atlantiks legte der Absatz des 911 im vergangenen Monat um 28 Prozent auf 1109 Fahrzeuge zu. "Dies ist das stärkste Resultat, das der 911 in Nordamerika in einem Juni jemals eingefahren hat", hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Der kurz vor einem Modellwechsel stehende Boxster verlor dagegen zwei Prozent auf 1176 Einheiten. Noch im Mai hatte Porsche in den USA sechs Prozent weniger Autos als abgesetztim Vorjahr.

BMW: Verkaufsschlager Mini

Grund zur Freude hat auch BMW . Der US-Absatz des Münchener Automobilkonzerns stieg im vergangenen Monat um 10,9 Prozent auf 22.465 Fahrzeuge.

Allein BMWs Verkaufsschlager Mini trug im Juni zu 11,4 Prozent zum guten Ergebnis bei. Aber auch der Geländewagen X5 steht bei den Amerikanern hoch im Kurs. Im Juni stieg die Absatzzahl des Modells um 21,1 Prozent auf 3.869 Stück. Eher verhalten fiel die Nachfrage nach den Limousinen aus. Hier ging der Absatz um über sechs Prozent auf rund 16.000 Fahrzeuge zurück.

Volkswagen  präsentiert sich als einer der größten deutschen Verlierer auf dem US-Automarkt. Der Wolfsburger Konzern hat in den USA den Rückwärtsgang eingelegt und nach den Rekordzahlen des Vorjahresmonats im Juni mit 32.659 Fahrzeugen fünf Prozent weniger Autos verkauft. Das teilte VW am Dienstagabend in Wolfsburg mit.

DaimlerChrsyler: schlechter als erwartet

Auch bei DaimlerChrysler  bietet sich kein Anlass zum Feiern. Für die finanziell angeschlagene US-Tochter Chrysler ging der Absatz um 4,0 Prozent auf 202.822 Fahrzeuge zurück. Noch vor gut einer Woche hatte DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp ein "sehr, sehr gutes zweites Quartal" für die Marke Chrysler angekündigt. Die kränkelnde Konzerntochter werde in diesem Geschäftsjahr sogar einen Gewinn ausweisen können, hatte der Vorstandschef optimistisch prognostiziert.

Auch mit Blick auf das vergangene Halbjahr bietet sich bei Chrysler kein erfreulicheres Bild. In der ersten Jahreshälfte verkaufte das US-Unternehmen mit 1,16 Millionen Fahrzeugen drei Prozent weniger Pkw als im Vorjahreszeitraum.

DaimlerChryslers Vorzeigemarke Mercedes-Benz musste im Juni einen Absatz-Rückgang von 6,7 Prozent auf 16.159 Pkw einstecken. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz jedoch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 102.927 Fahrzeuge.

Ford: Absatzrückgang im Heimatmarkt

Als großer Verlierer präsentiert sich Ford . Der US-Autokonzern muss einen deutlichen Absatzrückgang in seinem Heimatmarkt hinnehmen. Im Juni brach der Absatz der Marke Ford um 14 Prozent auf 128.649 Einheiten ein. Unter Berücksichtigung der Verkaufszahlen der Ford-Töchter Jaguar, Land Rover und Volvo ging der Absatz um 10,7 Prozent auf 337.000 Fahrzeuge zurück.

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