Babcock Borsig 8600 Jobs auf dem Gewissen

Der Kölner Müll-Skandal belastet Babcock Borsig. Geht der Ruhrpott-Krimi jetzt vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe weiter?

Düsseldorf - Die Anwälte des von Insolvenz bedrohten Oberhausener Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig  wollen nach Informationen der "Rheinischen Post" am Dienstag das Landgericht Köln und notfalls das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bemühen, um eine Rettung in letzter Minute zu erreichen. Sie streben eine Aufhebung der dinglichen Sicherung von 143 Millionen Euro an, die von der Staatsanwaltschaft Köln gegen die zum Konzern gehörende Umweltfirma Steinmüller verhängt wurde.

Wenn die Blockierung nicht aufgehoben werde, müsse Babcock am Mittwoch Insolvenz anmelden, berichtete die Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe. Die an Verhandlungen beteiligten Banken hätten am Montag die Zusage weiterer Kredite verweigert, solange dies nicht geschehe. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" meinte, der Insolvenzantrag könne bereits am Dienstagnachmittag notwendig werden.

Mit der Blockierung will die Staatsanwaltschaft Gewinne sicherstellen, die Steinmüller möglicherweise zu Unrecht beim Bau der skandalumwitterten Kölner Müllverbrennungsanlage gemacht hat. Der Babcock-Konzern ist mit hineingezogen worden, weil die Firma Steinmüller später auf ihn überging.

Der Oberhausener Oberbürgermeister Burkhard Drescher appellierte an die Justiz, sie solle einlenken. Er sagte laut "Rheinischer Post": "Es wäre doch ein Unding, wenn die NRW-Justiz 8600 Arbeitsplätze auf dem Gewissen hätte nur wegen des Verdachts auf ein möglicherweise fälliges Strafgeld, das eine Firma verursacht hat, die zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat gar nicht zu Babcock gehörte."