Deutsche Bank Squeeze out an Trave und Saar

Die Bank hat entschieden, wieviel sie den Aktionären ihrer Töchter in Lübeck und Saarbrücken zahlt.
Von Arne Stuhr

Frankfurt – Die Deutsche Bank  hat die Barabfindungen für die Minderheitsaktionäre der Deutschen Bank Lübeck vormals Handelsbank  auf 1325 Euro pro Aktie und für die Minderheitsaktionäre der Deutschen Bank Saar auf 270 Euro pro Aktie festgelegt. Die Angemessenheit der Barabfindung wurde von den jeweiligen gerichtlich bestellten, sachverständigen Prüfern geprüft und uneingeschränkt bestätigt, hieß es am Dienstag aus Frankfurt.

Die Deutsche Bank hatte am 6. Juni dieses Jahres bekannt gegeben, dass sie den Ausschluss der Minderheitsaktionäre der beiden Konzerntöchter gemäß Aktiengesetz herbeiführen werde.

Neuer Vorstand in Lübeck

Aus Protest gegen das Squeeze out war der 17 Jahre für das Firmenkundengeschäft verantwortliche Vorstand der Deutschen Bank Lübeck, Max J. Darpe (62), Ende Juni zurückgetreten. Sein Nachfolger wurde Hans-Jürgen Eckhardt, der zuvor für das internationale Geschäft der Pariser Franfinance, einer Tochtergesellschaft der Société Générale, verantwortlich war.

Da Eckhardt seit 1981 in der Deutschen Bank eine zentrale Stabsfunktion für die Auslandsbeteiligungen der Frankfurter inne hatte und bis zum Verkauf an die Société Générale im Jahre 2001 als Geschäftsführer der GEFA-Gruppe fungierte, bekommt Privat- und Geschäftskunden-Vorstand Bernd Satz einen in der Konzernlandschaft des deutschen Branchenprimus erfahrenen Kollegen an die Seite gestellt.

Hauptversammlungen im August

Die Hanseaten erzielten 2001 bei einer Bilanzsumme von 3,38 Milliarden Euro ein Betriebsergebnis von 50,7 Millionen Euro (2000: 57,4 Millionen Euro). Im März dieses Jahres, als die Squeeze-out-Pläne erstmals ruchbar wurden, gingen Schätzungen davon aus, dass von den rund 620 Arbeitsplätzen etwa 200 zur Disposition stünden.

Gegenüber manager-magazin.de wollte sich ein Sprecher der Deutschen Bank zu eventuellen Maßnahmen nicht äußern. "Erst muss alles rechtlich von den Hauptversammlungen beschlossen sein", sagte er. Die Aktionäre der Deutschen Bank Lübeck sollen sich voraussichtlich am 16. August treffen; die Anteilseigner der Deutschen Bank Saar werden wahrscheinlich am 14. August über die komplette Übernahme abstimmen.

Die Deutsche Bank hatte aber bereits Anfang Juni angedeutet, Synergiepotenziale seien nur mit einer weiteren Integration möglich. Für die Lübecker könnte das eine komplette Verlagerung der Bereiche Organisation, Personal, Controlling, Recht und Revision nach Hamburg bedeuten.


Deutsche Bank: Jede siebte Stelle weg Squeeze out: Und raus bist du

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