Eon/Ruhrgas Die Entscheidung steht an

Die Gerüchte um eine Ministererlaubnis zu Gunsten der Ruhrgas-Übernahme verdichten sich.

Berlin/Düsseldorf - Die politische Entscheidung über die umstrittene Übernahme des führenden deutschen Gasimporteurs Ruhrgas durch den Stromkonzern Eon  steht unmittelbar bevor. In Berlin wird damit gerechnet, dass die Prüfungsergebnisse zu den Eon-Anträgen auf eine Ministererlaubnis noch in dieser Woche bekannt gegeben werden. Das Bundeskartellamt hatte die Ruhrgas-Pläne von Eon abgelehnt.

Laut Gesetz hat der Wirtschaftsminister vier Monate Zeit, um den Antrag auf eine Ministererlaubnis zu bescheiden. Diese Frist endet an diesem Samstag. Dieser Zeitraum könnte jedoch mit entsprechender Begründung auch überschritten werden. Die so genannte Ministererlaubnis zur Durchsetzung einer wettbewerbsrechtlich umstrittenen Fusion kam in der Geschichte der Bundesrepublik bisher sechs Mal zum Einsatz.

Geheimtreffen mit dem Staatssekretär

Das Bundeswirtschaftsministerium widersprach am Montag in Berlin einer Vorab-Meldung der "Financial Times Deutschland", die unter Berufung auf den Leipziger Gasversorger VNG gemeldet hatte, dass die Entscheidung schon gefallen sei. Eon müsse sich im Zuge der Ruhrgas-Übernahme von seinem VNG-Anteil (5,26 Prozent) trennen, hieß es. Auch Ruhrgas solle seine VNG-Beteiligung (36,84 Prozent) abgeben. Als Interessenten kämen Gaz de France und Vattenfall in Frage. Sprecher von Eon, Ruhrgas und VNG wollten sich dazu nicht äußern.

Berichte über ein Spitzentreffen von Staatssekretär Alfred Tacke mit Eon-Vorstandschef Ulrich Hartmann an diesem Mittwoch in Berlin wollte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums weder bestätigen noch dementieren. Angeblich sollen bei dem Gespräch noch offene Fragen ausgeräumt werden. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hat die Entscheidung an Tacke übertragen. Müller war früher beim Eon-Vorläufer Veba beschäftigt.

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