Deutsche Bank Jede siebte Stelle weg

Einen Monat nach Amtsantritt macht der neue Vorstandschef Josef Ackermann Ernst - weitere 3800 Stellen werden abgebaut. Der zusätzliche Schnitt geht durch alle Bereiche.

Frankfurt - Die Deutsche Bank  will über die bereits angekündigten 9200 Stellen hinaus weitere 3800 Arbeitsplätze streichen. Davon entfallen 1970 auf die Sparten Firmenkunden und Investmentbanking (CIB). Hinzu kommen 1800 Stellen im Privatkundengeschäft (PCAM).

Dies teilte der deutsche Branchenprimus am Donnerstagabend mit. Damit fällt fast jede siebte Stelle im Finanzkonzern dem eingeleiteten Sparprogramm zum Opfer. Ende 2001 arbeiteten weltweit knapp 95.000 Menschen bei der Deutschen Bank.

Folgende CIB-Bereiche sind von der Maßnahme betroffen: Kundenbetreuung, Ausführung von Kundenaufträgen und Relationship Management-Prozesse, Depotgeschäft, Handelsfinanzierungen und sonstige Transaction-Banking-Aktivitäten sowie die entsprechenden Supportfunktionen für Technologie, Abwicklung und Immobilien.

265 Millionen Euro zusätzliche Kosten

Regional verteilen sich die zusätzlichen Streichungen beim Großkundengeschäft und Investmentbanking wie folgt: 1025 in Nord- und Südamerika, 315 in Großbritannien, 320 in Kontinentaleuropa und 310 im asiatisch-pazifischen Raum.

Die Maßnahmen im Bereich PCAM stehen vor allem im Zusammenhang mit der Rückführung der Deutschen Bank 24 in den Konzern und der Straffung der Verfahren zur Kreditrisikosteuerung. Diese Maßnahmen müssten laut Deutscher Bank aber noch mit dem Betriebsrat ausgehandelt und vereinbart werden. Die anfallenden Kosten würden als Abfindungs- und nicht als Umstrukturierungsaufwand ausgewiesen.

Nach Angaben der Deutschen Bank sind von den jetzt insgesamt 13.000 angekündigten Stellenstreichungen bereits 5500 umgesetzt worden. Der gesamte Plan solle innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen werden. Die im Zusammenhang mit der Übernahme von Scudder Investments erfolgten rund 1500 Entlassungen seien in diesen Zahlen nicht enthalten. Der Vorstand der Frankfurter veranschlagt für die zusätzlichen Maßnahmen einen Aufwand im zweiten Quartal dieses Jahres von circa 265 Millionen Euro.

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