Tchibo An dieser Front nichts Neues

Die Familien-Holding gibt sich gelassen und wartet in Sachen Beiersdorf auf die Allianz.

Hamburg - Die Aufstockung der Tchibo-Beteiligung am Nivea-Hersteller Beiersdorf  hängt weiterhin in der Schwebe. "An dieser Front gibt es zur Zeit nichts Neues", sagte der Vorstandsvorsitzende der Tchibo-Holding, Ludger W. Staby, am Montag. Die Allianz  will einen Teil ihrer Beteiligung am Kosmetikhersteller verkaufen. Ob und wann Tchibo das Aktienpaket ganz oder teilweise übernehmen werde, sei derzeit allerdings noch offen. "Im Moment lauschen wir mit der notwendigen Gelassenheit", sagte Staby. Tchibo wolle warten, bis das Allianz-Paket am Markt angeboten werde.

Derzeit hält die zerstrittene Hamburger Unternehmerfamilie Herz über die Tchibo-Holding gut 30 Prozent an Beiersdorf. Im Frühjahr dieses Jahres hatte sich Tchibo von seiner Mehrheitsbeteiligung am Zigarettenhersteller Reemtsma getrennt und dafür mehr als sechs Milliarden Euro erlöst. Das Geld sei gut angelegt und das Unternehmen jederzeit reaktionsfähig, sagte Staby. Bislang sei Tchibo jedoch keine Preisvorstellung seitens der Allianz bekannt und es gebe keine Verhandlungen. In Presseberichten war darüber spekuliert worden, dass die Allianz rund 200 Euro je Aktie erlösen wolle, bei einem aktuellen Kurs von rund 115 Euro. An Beiersdorf sind wegen der Weltmarke Nivea auch internationale Kosmetik-Konzerne wie L'Orèal interessiert.

Rekordjahre auch dank Sondererträgen

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der Tchibo-Konzern mit Reemtsma einen Jahresüberschuss von 687 Millionen Euro. "Das ist ein erneutes Rekordjahr", sagte Finanzchef Diesch. Der Anstieg um 295 Millionen Euro (plus 75 Prozent) sei vor allem auf den Verkauf einer Tabak-Beteiligung in Argentinien zurückzuführen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Tchibo-Finanzchef Peter Diesch ein "Rekordjahr bei Umsatz und Ergebnis". Vor allem im Ausland wolle der Konzern kräftig zulegen. Der Kaffeebereich, aus dem der Konzern nach dem Reemtsma-Verkauf im wesentlichen besteht, setzte im vergangenen Jahr drei Milliarden Euro um und erreichte 181 Millionen Euro Gewinn. Ein ausgebautes Systemgeschäft solle Tchibo vor allem in England, Schweiz, Frankreich, Spanien und Italien voranbringen. Ein deutliches Plus werde aber auch beim Verkauf von Gebrauchsartikeln und Versicherungen erwartet.

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