Deutsche Bank Die Stühle wackeln wieder

Mit weiterem Personalabbau und massiven Kostensenkungen will der neue Vorstandsvorsitzende Ackermann die Deutsche Bank in die Liga der zehn weltgrößten Kreditinstitute führen.

Frankfurt - Die Deutsche Bank  dreht weiterhin an der Kostenschraube. In den nächsten 18 Monaten will das Institut rund zwei Milliarden Euro an Kosten einsparen. Dies sei eine "absolut verbindliche Größe", sagte Vorstandssprecher Josef Ackermann am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. "Wir müssen handeln und unter Beweis stellen, dass wir unsere Versprechen einhalten."

Ein zusätzlicher Stellenabbau könnte die Folge sein. "So wie die Finanzmärkte sich entwickeln und die Kostensituation auf uns drückt, kann ich den weiteren Abbau von Stellen nicht ausschließen", sagte Ackermann.

Somit könnten künftig zu den bereits angekündigten 9200 Stellen weitere Arbeitsplätze wegfallen. Derzeit beschäftigt das Institut nach eigenen Angaben insgesamt fast 92.000 Mitarbeiter.

Größere Aquisitionen sind ausgeschlossen

Gleichzeitig beschwor Ackermann sein Vorhaben, die Deutsche Bank effizienter zu machen und voll auf die Steigerung der Profitabilität zu konzentrieren. Auch auf die Gefahr hin, "eine gute Chance zu verpassen", werde das Institut nicht mehr zu Lasten der Ertragskraft zu jedem Preis investieren, sagte der Vorstandssprecher. "Wir müssen weg vom Marktanteil-Denken hin zum Performance-Denken", sagte der Bankchef.

Im Sinne der Kosteneinsparungen und Ertragssteigerung schloss Ackermann auch größere Akquisitionen aus. Ausnahme sei der Bereich Private Banking - also vermögende Privatkunden - wo sich die Deutsche Bank noch verstärken wolle. Zugleich legte Ackermann ein Bekenntnis zum allgemeinen Kleinkundengeschäft ab, das eine "ganz wichtige Säule" der Deutschen Bank sei, die nicht verkauft werde.

Über die Einsparungen und Ertragssteigerungen will der neue Vorstandschef vor allem auch den Börsenwert der Deutschen Bank steigern, um die Gefahr einer ungewollten Übernahme einzudämmen. Er könne nicht ausschließen, dass die Deutsche Bank bei der aktuellen Marktbewertung zum Übernahmeziel werde, sagte Ackermann. "Das ist aber sicher nicht unsere Hauptsorge, die uns zu Maßnahmen veranlasst".

Eine "aktive Rolle" übernehmen

Ackermann strebt zudem ein höheres Marktgewicht an, um eine "aktive Rolle" bei der möglichen Konsolidierung insbesondere der europäischen Bankenlandschaft zu spielen. "Ich möchte nicht gezwungen sein, dies nicht tun zu können", sagte er. Die Deutsche Bank wird an der Börse derzeit mit etwa 42 Milliarden Euro bewertet, ihr Aktienkurs stieg am Dienstagvormittag um 1,7 Prozent auf 68,92 Euro.

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