Inflationsrate Die Preise sinken weiter

Auf 0,8 Prozent könnte die Teuerungsrate fallen. Niedrige Benzin- und Gemüsepreise helfen nach.

Frankfurt/Main - Die jährliche Inflationsrate in Deutschland könnte im Juni bereits auf 0,8 Prozent zurückgegangen sein. Dies geht aus den Erhebungen mehrerer Statistischer Landesämter hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. Im Mai hatte der jährliche Anstieg der Verbraucherpreise noch 1,1 Prozent, im April noch 1,6 Prozent betragen.

Damit könnte die Teuerungsrate auf den niedrigsten Wert seit Oktober 1999 fallen. Seitdem hatte die Inflationsrate immer über ein Prozent gelegen und war im Mai 2001 wegen extrem hoher Rohölpreise und den Folgen der Fleischskandale sogar auf 3,5 Prozent geklettert.

Gemüse um 20 Prozent billiger

Für die geringe Inflationsrate im Juni sind vor allem niedrigere Heizöl-, Benzin- und Nahrungsmittelpreise verantwortlich. Seit Jahresanfang verbilligte sich Heizöl bundesweit um knapp 18 Prozent. Aber auch Nahrungsmittel wurden günstiger. Saisonwaren wie Frischgemüse können derzeit rund 20 Prozent billiger eingekauft werden als im Juni 2001, berichteten die NRW-Statistiker. Auch Fleisch- und Fleischwaren lagen 1,2 Prozent unter dem Preisniveau des vergangenen Jahres.

"Derzeit lässt sich noch nicht ablesen, ob die drastischen Preisaufschläge zum Jahresbeginn durch den Wettbewerb wieder abgebaut werden", sagte Volkswirt Ulrich Kater von der DGZ Deka Bank gegenüber der dpa.

Preisaufschläge im Luftfahrtsektor

Starke Preisaufschläge wurden dagegen im Hotel- und Gaststättengewerbe registriert. Dort zogen die Preise von Mai auf Juni um 0,8 Prozent an und lagen um 4,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für die Übernachtung musste sogar 4,8 Prozent mehr bezahlt werden als im Mai 2002.

Als absoluten Spitzenreiter machten die Statistiker den Luftverkehr aus. Innerhalb von vier Wochen verteuerten sich Flugreisen um mehr als elf Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Aufschläge sogar über 15 Prozent.

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