TUI Konkurrenz für Lufthansa und Ryanair

Der Reisekonzern plant offensichtlich zusammen mit Germania eine gemeinsame Billigairline.

Hamburg - Lufthansa-Chef Jürgen Weber muss offenbar mit einer weiteren gefährlichen Billigkonkurrenz rechnen. Wie das Nachrichtenmagazin der SPIEGEL unter Berufung auf Insider berichtete, wollen der Reisekonzern TUI – ein Unternehmen des Preussag-Konzerns  – und die Billig-Airline Germania eine Gemeinschaftsfirma gründen.

Die neue Gesellschaft solle zunächst fünf Boeing-Jets aus dem Besitz des Germania-Chefs Hinrich Bischoff übernehmen und die bereits existierenden Strecken von Berlin nach Frankfurt am Main und Köln übernehmen.

Auch die Nachrichtenagentur dpa berichtet mittlerweile, dass Germania und TUI gemeinsame Sache machen wollen. Nach ihren Informationen soll an der neuen Billig-Airline Germania-Eigner Hinrich Bischoff rund 80 Prozent der Anteile halten und TUI vorerst knapp 20 Prozent.

Bereits Ende Mai hatte Pressag-Chef Michael Frenzel vor Journalisten gesagt, dass sich der Konzern überlege, eine Billig-Fluglinie aufzubauen. Frenzel meinte jedoch, noch sei nicht klar, wie das Unternehmen in den Markt der Billig-Anbieter einsteigen wolle.

Erheblicher Ausbau geplant

In den nächsten drei Jahren solle die Flotte um 50 Maschinen wachsen und auch Fernstrecken bedient werden, berichtete der SPIEGEL weiter. Der Ticketverkauf erfolge unter der TUI über das Internet und die konzerneigenen Reisebüros. Derzeit bescheren die TUI-Reisebüros dem Bericht zufolge Lufthansa  rund eine Milliarde Umsatz pro Jahr.

Komme die neue Airline bei den Kunden an, dürfte ein Teil davon künftig bei dem Gemeinschaftsunternehmen landen. Wie das Magazin weiter berichtete, wird TUI vorerst knapp 20 Prozent und Bischoff rund 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen halten.

Seit geraumer Zeit drängen immer mehr Billigairlines auf den deutschen Markt. So will die britische EasyJet die Deutsche BA - die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft - übernehmen und sich als größter Anbieter von Low-Cost-Linien in der Bundesrepublik etablieren. Ebenso wie der irische Billiganbieter Ryanair  plant auch EasyJet, über kurz oder lang innerdeutsche Flüge anzubieten.

Lufthansa-Chef Weber demonstriert Gelassenheit

Zudem war die Lufthansa im Streit mit Germania vor Gericht unterlegen. Die Lufthansa muss für Flüge auf der Strecke Frankfurt - Berlin Preise verlangen, die mindestens 30,50 Euro teurer als die von Germania sein müssen. Germania bietet seit 12. November vergangenen Jahres Flüge zwischen Frankfurt und Berlin zum Preis von 198 Euro für Hin- und Rückflug und 99 Euro für die einfache Strecke an.

Lufthansa-Chef Weber hatte bisher allerdings gelassen auf die wachsende Konkurrenz reagiert. Von einem sehr begrenzen Risiko, sprach der Manager auf der Hauptversammlung in dieser Woche.

Blick nach China

Während TUI eine Billigfluggesellschaft plant, schaut sich die Mutter, Preussag, auch auf dem chinesischen Markt um. Der weltgrößte Tourismuskonzern ist am chinesischen Pauschalreisemarkt interessiert.

"Es gibt Gespräche", sagte Sprecher Frank Laurich am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Focus". Mit wem über einen Einstieg in den Reisemarkt verhandelt wird, wollte er allerdings nicht sagen. In dem Bericht heißt es, Verhandlungen mit China Travel Service stünden kurz vor dem Abschluss. China gilt als einer der Zukunftsmärkte im Tourismusgeschäft.