Allianz Rente mit Aufschlag?

Eigennützige Vertriebspolitik bei der Betriebsrente - so lautet der Vorwurf der IG Metall.

Berlin/Hamburg – Zwischen der Allianz Versicherung  und der Metallindustrie könnte sich ein Streit über den Vertrieb der Metall-Rente entfachen. IG Metall und Gesamtmetall werfen dem Versicherungskonzern unfaire Vertriebspolitik vor.

Beide Tarifparteien hatten im vergangenen Jahr ein gemeinsames Versorgungswerk gegründet, um den 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Enerigieindustrie eine staatlich geförderte Betriebsrente anbieten zu können. Die Allianz hatte bei dem Konsortium, zu dem auch Victoria, BHW und WestLB gehören, als Konsortialführer die Verantwortung für Verwaltung und Verteib übernommen.

"Es ist ein gigantischer Markt, den will jeder haben"

Doch in hauseigenen Präsentationen der Allianz kommen die Produkte der Metall-Rente systematisch schlechter weg als die des Münchener Versicherers. Dies gehe aus einer Präsentation hervor, die Metall-Rente-Geschäftsführer Heribert Karch vorliegen. Die betreffende Präsentation sei zudem mit dem Vermerk "nur zur internen Verwendung - darf nicht an Dritte weitergegeben werden" versehen, berichtet das "Handelsblatt".

Nun lautet der Vorwurf der Metallindustrie: Der Münchener Versicherungskonzern versuche, seine eigenen Produkte bevorzugt zu verkaufen, zum Nachteil der Metall-Rente. " Es ist ein gigantischer Markt, den will jeder haben", erklärt Karch das Verhalten der Allianz gegenüber manager-magazin.de.

Die Allianz weist Vorwürfe zurück

"Von einem Streit zwischen der Allianz und der Metallindustrie kann nicht die Rede sein", sagte Christoph John, Allianz-Leben-Sprecher gegenüber manager-magazin.de. Das sieht der Metall-Rente-Geschäftsführer anders. "Das Thema existiert", bestätigte Karch.

Ruinöser Wettbewerb

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass zwischen den Versicherungsunternehmen zurzeit ein "ruinöser Wettbewerb" herrsche, erklärte Karch. Die Metallindustrie setzt aber auf eine sanfte Lösung des Problems. "Wir denken daran, dass man das Problem vernünftig lösen muss. Nach wie vor ist die Allianz auf diesem Gebiet unser bester Partner. Die Zusammenarbeit hat uns eine starke und sehr gute Produktentwicklung ermöglicht", so Karch.