Preussag "Keine Frage von Monaten mehr"

Der Urlaubskonzern will angeblich seine Energiesparte für eine Milliarde Euro abstoßen.

Hannover - Der Touristikkonzern Preussag  will sich nach Angaben aus Konzernkreisen schneller als geplant von seiner hochprofitablen Energiesparte trennen. Den Angaben zufolge sollen bereits in einigen Wochen Verkaufsgespräche für den Konzernbereich Preussag Energie beginnen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus den Kreisen erfuhr, bereitet der Preussag-Vorstand Verkaufsverhandlungen vor. Dem Konzern lägen bereits mehrere konkrete Anfragen von Kaufinteressenten vor. Der Aufsichtsrat soll den Angaben nach in seiner Routine-Sitzung vor der Hauptversammlung am 26. Juni informiert werden. Der Beginn der Verhandlungen sei "keine Frage von Monaten mehr", hieß es. Der erhoffte Verkaufserlös soll sich bei mindestens einer Milliarde Euro bewegen.

Preussag-Sprecher Frank Laurich wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. "Richtig ist, dass wir die aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt beobachten, die uns natürlich auch betreffen. Aber es gibt zurzeit keine Verkaufsgespräche", sagte Laurich. Die jüngsten Verkäufe kleinerer Beteiligungen von Preussag Energie seien "nicht automatisch ein Präjudiz für einen Gesamtverkauf."

Die schnelle Trennung kommt trotz der anhaltenden Marktgerüchte überraschend. Die gesamte Energiesparte galt bislang bei Preussag als Gewinnbringer. Bei 836,2 Millionen Euro Jahresumsatz lieferte die Sparte 2001 ein operatives Ergebnis von 273,5 Millionen Euro ab. Kein anderer Bereich bei Preussag konnte eine derart hohe Bruttoumsatzrendite von fast 33 Prozent aufweisen.