Warren Buffett 400 Millionen Euro Risikoanteil

Die US-Börsenlegende will die deutsche Wirtschaft gegen Terrorschäden versichern.

Hamburg - Der vom Finanzinvestor Warren Buffett kontrollierte US-Mischkonzern Berkshire Hathaway  wird nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) der führende internationale Rückversicherer des deutschen Terrorschaden-Versicherers Extremus.

Berkshire Hathaway - zur Gruppe gehört mit der General Re Corporation einer der vier größten Rückversicherer der Welt - werde mehr als 400 Millionen Euro des international platzierten Risikoanteils von 1,5 Milliarden Euro in die Bücher nehmen, berichtet die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe.

Extremus soll Terrorschäden bis 13 Milliarden Euro decken. Die ersten 1,5 Milliarden Euro trägt der deutsche Markt. Liegen die Schäden in einem Jahr über 1,5 Milliarden Euro, treten für die nächsten 1,5 Milliarden Euro die internationalen Rückversicherer ein.

Bei Belastungen über drei Milliarden Euro zahlt der Staat bis zu weiteren zehn Milliarden Euro. Die internationalen Rückversicherer erhalten für ihre Deckung eine Prämie von 150 Millionen Euro.

Anteilseigner gesucht

Extremus-Vorstandsvorsitzender wird der scheidende Chef der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe, Bruno Gas. Auch Dirk Harbrücker, noch Geschäftsführer der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft, soll in den Vorstand einziehen. Sitz der Gesellschaft wird Berlin.

Die Extremus AG, die in den nächsten Tagen auf Initiative des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gegründet werden soll, sucht laut FTD aber noch Aktionäre sowie die deutschen Versicherer für die erste Ebene. Während es keine Probleme gebe, Aktionäre für die geplanten 60 Millionen Euro Kapital zu finden, stehe die Beteiligung der Versicherungen noch nicht komplett fest.

Streit um die Besteuerung

Nach Angaben von GDV-Geschäftsführer Stefan Richter ist aber ein Durchbruch bei den Gesprächen mit den Versicherern erreicht. Zu Berkshire Hathaway wollte er keine Stellung nehmen.

In den vergangenen Wochen hatte es um Extremus eine heftige Kontroverse zwischen den Versicherern und der Bundesregierung gegeben. Das Bundesfinanzministerium hatte den Vorschlag aus der Versicherungsbranche, die Regierung solle die Prämien für Terrorschutz nicht oder nur teilweise besteuern, strikt abgelehnt.

Einzelne Vertreter der Branche hatten zuvor die Regierung dafür kritisiert, dass sie die volle Versicherungssteuer von 16 Prozent und die Feuerschutzsteuer von 14 Prozent erheben wolle.

Schmuck, Schokolade und Zeitungen für 75.000 Dollar

Neben den Hauptaktivitäten des US-Konglomerats im Versicherungsgeschäft gehören zu Berkshire Hathaway  unter anderem auch Möbelhäuser, Diamanten- und Schmuckhändler, Baustoffproduzenten, Süßwarenhersteller und Zeitungen.

2001 erzielte der Konzern einen Umsatz von 37,7 Milliarden US-Dollar. Mit knapp 18 Milliarden Dollar entfiel davon fast die Hälfte auf eingenommene Versicherungsprämien. Der Nettogewinn belief sich im vergangenen Jahr auf 795 Millionen Dollar. Damit musste Berkshire Hathaway gegenüber 2000 einen Gewinneinbruch von über 75 Prozent hinnehmen.

Bei 70.000 Dollar einsteigen

Die Investmentbanker von Morgan Stanley Dean Witter raten den Anlegern unverändert dazu, die Aktie des multinationalen Mischkonzerns aggressiv zu kaufen.

Die einfache, aber wirksame Strategie von Berkshire Hathaway sei die rasche Steigerung des Buchwertes pro Aktie. Diese Strategie werde mit großer Disziplin umgesetzt. Im historischen Mittel sei es dem Konglomerat dabei gelungen, den Buchwert pro Aktie um jährlich 24 Prozent zu steigern.

Die Experten halten die Aktie bei einem Kurs zwischen 70.000 und 75.000 Dollar für attraktiv, da sie einen reellen Wert von bis zu 95.000 Dollar habe.

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