Babcock Borsig/HDW Am Enterhaken

"Äußerste Vorsicht ist geboten" - ein Fünftel der HDW-Werft geht angeblich an den US-Rüstungskonzern Northrop.

Kiel - Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman Corp. wird einem Pressebericht zufolge bei der größten deutschen Werft HDW einsteigen. Die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) soll künftig von einer Holding mit Sitz in Düsseldorf geführt werden, an der Northrop Grumman  mit 20 Prozent beteiligt sei, meldet die Tageszeitung "Kieler Nachrichten" vorab unter Berufung auf einen Bericht des Bundesverteidigungsministeriums.

Darin äußere das Ministerium deutliche Skepsis über den Verkauf der Werft an den US-Fonds One Equity Partners (OEP). HDW repräsentiere "ein Filetstück" deutscher wehrtechnischer Kompetenz. Die angestrebte Industriepartnerschaft könne aus militärpolitischer und nationaler Sicht "bestenfalls gutgeheißen werden" wenn die Vertragsbedingungen "ohne Ausnahmen und Abschwächungen" eingehalten würden.

Aus Sicht des Kieler SPD-Abgeordneten Hans-Peter Bartels hat die Bundesregierung mit dem Bericht deutlich gemacht, dass "äußerste Vorsicht" geboten ist. "Die Regierung ist in der Pflicht, darüber zu wachen, dass technologisches Know-how nicht unkontrolliert außer Landes geht", sagte Bartels der Zeitung. Der Bericht zeige indessen, dass man die Entwicklung wachsam verfolgt.

Der bisherige HDW-Mehrheitsaktionär Babcock Borsig  hatte Anfang Juni sein 25-Prozent-Paket an OEP verkauft. Zusammen mit den 50 Prozent von Preussag verfügt One Equity nach den Angaben derzeit über knapp 75 Prozent. 25 Prozent plus eine Aktie liegen noch bei Babcock. OEP hatte vor kurzem Spekulationen zurückgewiesen, wonach der US-Rüstungskonzern General Dynamics hinter der Übernahme der HDW stehe.

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