Mobilcom Schmid bleibt im Sattel

Dem Großaktionär France Télécom ist es nicht gelungen, Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid aus dem Amt zu drängen. Damit sind die Chancen auf ein Übernahmeangebot von 22 Euro für alle Aktionäre wieder gestiegen.
Von Christian Buchholz

Hamburg - Gerhard Schmid geht als Sieger aus einer eilig anberaumten Aufsichtsratssitzung des Mobilcom-Konzerns  hervor. Wie aus Unternehmenskreisen kurz nach dem Ende der Sitzung verlautete, ist der erklärte Plan des Großaktionärs France Télécom , Schmid von seinem Vorstandsposten zu verbannen, fehlgeschlagen.

Ein Mobilcom-Sprecher bestätigte, dass Schmid weiterhin sein Amt als Vorstandsvorsitzender ausüben werde. Weitere Details aus der Sitzung wurden seitens des Mobilcom-Sprechers nicht genannt - es seien keine Entscheidungen gefallen, die nach dem Börsenrecht veröffentlichungspflichtig wären.

Wie manager-magazin.de aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, hat sich auf der Aufsichtsratssitzung keine Mehrheit in dem Gremium für eine Abwahl Schmids gefunden. Damit wäre eine vorzeitige Abberufung Schmids nicht vertagt, sondern zumindest für mehrere Monate ausgeschlossen. Zumindest könnte der Anlass für die geforderte Ablösung - die Einbindung von Schmids Ehefrau in einen Optionsscheindeal - nach geltendem Gesellschaftsrecht nicht erneut zum Anlass für eine Abberufung verwandt werden.

Argumente für Abwahl offenbar nicht überzeugend

Schmid war vorgeworfen worden, bei einem Aktienoptionsgeschäft eigenmächtig seine Ehefrau Sybille Schmid-Sindram eingeschaltet zu haben, ohne den Finanzvorstand Thorsten Grenz darüber zu informieren. Nachdem Zweifel an diesem Tatbestand aufgekommen waren, konnten sich die Mitglieder des Aufsichtsrats offenbar nicht mehrheitlich für ein Votum gegen Schmid entschließen.

France Télécom soll - obwohl das Ziel einer vorzeitigen Abwahl Schmids nicht erreicht wurde - signalisiert haben, weiterhin mit verschiedenen Banken über den Kauf eines Aktienpakets des Ehepaars Schmids verhandeln zu wollen. Dies sei ein weiteres Ergebnis der Sitzung, so der Bericht aus unternehmensnahen Kreisen.

Die Reaktion von France Télécom

Nach den bisherigen Plänen will France Télécom  die Hälfte der Mobilcom-Aktien von verschiedenen Banken kaufen lassen und nach einer Frist von mehreren Jahren selbst übernehmen.

Schmid hatte vor der Aufsichtsratssitzung geäußert, er werde seinen Chefposten nur räumen, wenn France Télécom einen angemessenen Preis pro Aktie an ihn und die freien Aktionäre zahle. Gefordert hatte der Unternehmensgründer 22 Euro pro Stück. Werde der Preis gezahlt, sei er bereit, aus dem Unternehmen auszuscheiden.

France Télécom reagiert verärgert

Der Preis soll sich aus einer Put-Option ergeben, die beim Einstieg von France Télécom bei Mobilcom  in einem Partnervertrag festgeschrieben wurde.

Schmid hatte die Option bereits vor mehreren Wochen gegenüber France Télécom geltend gemacht. Die Forderung von 22 Euro pro Aktie dürfte demnach unabhängig von aktuellen Kursbewegungen bestehen bleiben.

Verärgert über die Entscheidung des Aufsichtsrats zeigte sich ein Sprecher von France Télécom gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-afx. Bruno Janet sagte demnach, der Beschluss sei "sehr schwerwiegend". Die Pariser Firmengruppe und ihre Mobilfunktochter Orange würden bezüglich Mobilcom "in den kommenden Tagen ihre Optionen prüfen", sagte Janet.

Schmids Position im Machtkampf

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.