FAG "Sinnlose" Schlacht

Aktionäre rechnen ab - 21 Millionen für die Abwehr einer feindlichen Übernahme sind zuviel.

Schweinfurt - Aktionärsschelte auf der Hauptversammlung der FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG in Schweinfurt. Die Aktionäre des Wälzlager-Konzerns halten die Ausgaben für den spektakulären und am Ende erfolglosen Abwehrkampf gegen den Konkurrenten INA für zu hoch.

Die "maßlosen Millionen" sinnlos verpulvert

Es sei zu bezweifeln, ob eine solche Übernahmeschlacht Sinn mache, sagte Wolfgang Hahn von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Hauptversammlung. Die "maßlosen Millionen" für den Abwehrkampf müssten nun die Kleinaktionäre tragen, beschwerte sich ein Anleger. Die FAG Kugelfischer hatte für Anzeigen und Beratung nach eigenen Angaben mehr als 21 Millionen Euro ausgegeben.

Im September vergangenen Jahres hatte die fränkische INA-Holding nach zweimonatiger heftiger Gegenwehr knapp 90 Prozent des FAG-Aktienkapitals erworben. Damit übernahm erstmals in Deutschland ein Familienbetrieb die Mehrheit an einem börsennotierten Unternehmen.

Keine Dividende für die treuen Aktionäre

Den FAG-Aktionären hatte die INA-Holding bei der Mehrheitsübernahme eine Abfindung von zwölf Euro pro Stück angeboten. DSW-Vertreter Hahn kritisierte: Es komme einer Abstrafung der verbliebenen außen stehenden Aktionäre gleich, keine Dividende auszuschütten. Die Nicht-Ausschüttung einer Dividende sei werterhöhend in das Abfindungsangebot eingeflossen, setzte Geißinger dem vor rund 240 Aktionären entgegen.

Zustimmung zum Beherrschungsvertrag

Nach der Zustimmung des FAG-Aufsichtsrats im April willigten am Donnerstag auch die Aktionäre in einen Beherrschungsvertrag mit der INA Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH ein. Der Antrag wurde mit einer Mehrheit von 94,27 Prozent angenommen.

Der Beherrschungsvertrag sichere die geplante Integration rechtlich ab und sei auch im Interesse der außen stehenden Aktionäre, sagte der FAG-Vorstandsvorsitzende.

Schlechte Aussichten fürs Gesamtjahr

Nach einem schlechten Start des Wälzlagerherstellers ins neue Jahr ist der neue FAG-Vorstandsvorsitzende und Chef der INA-Holding Schaeffler KG, Jürgen Geißinger, pessimistisch gestimmt.

Nach einem "ernüchternden Ergebnis" im ersten Quartal 2002 werde das Ergebnis vor Steuern und Zinsen im Gesamtjahr möglicherweise unter dem um die Sonderkosten bereinigten Vorjahreswert von 120 Millionen Euro liegen, erklärte Geißinger. Damit werde FAG schlechter abschneiden als erwartet.