RWE "Ein gut bestelltes Feld"

Es lebe das Kerngeschäft - RWE will 90 Prozent des Ergebnisses mit Strom, Gas und Wasser verdienen.

Frankfurt – Raus aus dem Randgeschäft und rein ins Kerngeschäft, diese Maxime unterstrich der scheidende Vorstandschef Dietmar Kuhnt noch einmal auf der Hauptversammlung des Energiekonzerns in Essen.

Der Versorger setzt auf Strom, Gas, Wasser und Umweltdienstleistungen. In diesen Geschäftsbereichen will der Konzern im laufenden Jahr bereits mehr als 90 Prozent des Ergebnisses erwirtschaften.

Bis 2003 will sich RWE  von den verbliebenen Nicht-Kerngeschäften, also den Anteilen an Hochtief, Heidelberger Druckmaschinen und an dem Gemeinschaftsunternehmen Shell & Dea Oil, trennen.

Expansion in den USA nicht ausgeschlossen

RWE ist weiterhin auf Expansionskurs. Nach der Übernahme des US-Wasserunternehmens American Water Works schließt Kuhnt weitere Akquisitionen in den USA nicht aus. Es könnten dort noch kleinere oder mittlere Übernahmen im Wasserbereich erfolgen, sagte der Konzernschef weiter. Bis Mitte kommenden Jahres will der Konzern die 4,6 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme abgeschlossen haben.

RWE setzt weiterhin vor allem auf das Geschäft mit Wasser. Der Geschäftsbereich habe sich innerhalb kürzester Zeit zu einem "Shooting Star" entwickelt, betonte Kuhnt. Mit einem Umsatzanteil von vier Prozent trug die Wassersparte im vergangenen Jahr bereits zu 20 Prozent zum Betriebsergebnis bei. RWE ist das weltweit drittgrößte Wasserunternehmen.

Kuhnts letzte Hauptversammlung

Für Vorstandschef Dietmar Kuhnt war es die letzte Hauptversammlung als Vorstandsvorsitzender. Er wechselt in den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger, der niederländische Shell-Manager Harry Roels, wird im Februar nächsten Jahres das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernehmen.

Roels Startbedingungen scheinen gut. Er finde ein "gut bestelltes Feld" vor, sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzverienigung der Wertpapierbesitzer(DSW).

Kuhnt habe "Enormes für RWE geleistet", lobte Erika Czebulla von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). RWE sei mit seiner Multi-Utility-Strategie nicht nur gut gestartet, sondern auch international "gut im Rennen", sagte sie weiter.

Weiterhin auf Erfolgskurs

Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte der Konzernchef die Umsatz- und Ergebnis-Prognosen. Der Umsatz werde um mindestens zehn Prozent steigen. Und auch das Betriebsergebnis werde deutlich über dem Vorjahreswert von 3,9 Milliarden Euro liegen. Für das Geschäftsjahr 2001 will RWE seinen Aktionären eine Dividende von einem Euro je Aktie zahlen.